Warten Sie schon ungeduldig auf den Urlaub? Oder sind Sie ungeduldig, wenn vor Ihnen jemand wie eine Schnecke fährt und Sie haben einen Termin.  Oder möchten Sie einem Kollegen am liebsten die Arbeit aus der Hand reißen, weil er so lange braucht?

Es gibt viele Facetten von Ungeduld und viele Menschen geben auch zu, ungeduldig zu sein, wenn sie nach ihren Schwächen gefragt werden.

Mich interessiert, was es eigentlich mit der Ungeduld auf sich hat, denn leider gehöre ich auch zu den sehr ungeduldigen Menschen. Und oft hasse ich das, vor allem, wenn andere mitbetroffen sind. Aber ich vermute, dass es auch Aspekte gibt, die positiv an Ungeduld sind.

Und ich würde sehr gerne mit Ihnen darüber in einen Dialog treten. Daher habe ich immer wieder Fragen an Sie eingestreut und freue mich auf entsprechende Kommentare unter dem Beitrag.

Folgende Fragen habe ich mir gestellt:

Welche Arten von Ungeduld gibt es?
Was steckt dahinter?
Gibt es auch positive Aspekte?
Strategien gegen Ungeduld

Welche Arten von Ungeduld gibt es?

1 – Nicht warten können

Für mich hat Ungeduld ganz viel damit zu tun, dass ich nicht gerne warte. Egal worauf. Ich erlebe es immer als Zeitverschwendung. Weil ich mich im Warte-Modus nicht gut auf etwas anderes konzentrieren kann.

Beispiel: Ich muss auf einen Rückruf warten (und weiß nicht, wann er erfolgt). Das hindet mich an konzentrierter Arbeit, weil ich damit rechne, jeden Moment mitten herausgerissen zu werden.
Oder ich möchte Mittagspause machen, weiß aber dass ein Päckchen kommt. Und mit 99%iger Wahrscheinlichkeit klingelt der Postbote, wenn ich eine Minute vorher in meinen Mini-Schlaf von 10 Minuten gesunken bin. Also liege ich da mit einem riesigen Warte-Ohr – und kann mich nicht entspannen.

Weitere Arten von Warten die ich als reine Zeitverschwendung empfinde: Vor einer Kasse stehen, im Wartezimmer sitzen, beim Check in am Flughafen in einer Schlange stehen etc. Dem kann ich beim besten Willen nichts abgewinnen.

Vielleicht hat von Ihnen jemand einen tollen Tipp, wie Sie diese Zeit für sich „sinnvoll“ nutzen? Bodenbecken-Gymnastik? Gedichte innerlich rezitieren? Studien betreiben?

 

2 – Es geht zu langsam

Sie haben einen Kollegen, der für eine Arbeit doppelt so lange braucht al Sie selbst. Ihr Kind braucht ewig, bis es endlich fertig angezogen ist. Da stehen Sie mit angehaltenem Atem daneben und möchte es am liebsten aus der Hand reißen und selbst machen.

Mir fällt es daher auch wirklich schwer, Arbeiten zu delegieren. Weil ich es selbst schneller mache. Aber vielleicht ist das Tempo manchmal gar nicht wichtig? Sondern wichtiger, dass ich es vom Hals habe und in der Zeit was anderes tun kann.

Ich bin aber auch irritiert, wenn jemand erst nach 5 Tagen auf eine E-Mail antwortet, vor allem wenn es geschäftlich ist.

3 – Etwas klappt nicht

Wenn etwas am PC nicht funktioniert, die Internetverbindung ständig abbricht, eine Software Mucken hat oder das Telefon tot ist, dann möchte ich natürlich, dass das möglichst schnell behoben wird. Da ich das alles für meine Arbeit brauche.

Aber gerade da werde ich ja seit Monaten auf eine harte Probe gestellt und habe mir zumindest ein dickes Fell zugelegt.

Bei meiner Recherche fand ich auch den Aspekt, dass es auch Fehler sein können, die jemand macht, mit denen man ungeduldig ist. Das ist mir jetzt nicht so bewusst, hängt aber vielleicht auch davon ab, wie derjenige damit umgeht. Es klar zugibt und sich entschuldigt oder es vertuschen will. Aber das ist jetzt nur eine Vermutung, dazu habe ich gerade keine konrete Situation vor Augen.

Kennen Sie da ein Beispiel

4 – Jemand kommt nicht in die Pötte

Hier spielt eine Rolle, dass ich selbst sehr schnell bin – und andere Menschen sind eben oft langsamer. Das ist immer wieder eine Geduldsprobe für mich.
Wenn damit aber auch noch verbunden ist, dass ich den Eindruck habe, der Mensch windet sich, prokrastiniert fröhlich vor sich hin, findet tausend Entschuldigungen, warum er jetzt das geplante Projekt oder angestrebte Ziel immer noch nicht in Angriff nimmt, dann muss ich mir sehr am Riemen reißen.

Wenn mir etwas wichtig ist, dann mach ich es.
Wenn ich von einer Idee begeistert und überzeugt bin, dann setze ich sie um.
Klar auch mal mit Hindernissen und Stockungen, aber ich bleibe dran und tu was.

Daher bin ich  ganz ungeduldig mit Menschen, die jammern und klagen, aber nichts tun, außer Ausflüchte zu finden, warum sie nichts tun. Die möchte ich am liebsten schütteln, irgendwohin zerren oder es selbst machen.

5 – Freudige oder neugierige Ungeduld

Und dann habe ich noch die Ideen, dass es auch einen positiven Aspekt von Ungeduld geben kann.

Wenn jemand etwas forscht und ungeduldig auf das Ergebnis ist. Wenn sich jemand intensiv in eine Sache reinkniet, die ihm wichtig ist und eben nicht locker lässt, bis es erreicht ist.

Vielleicht fallen Ihnen hierzu ja einige positive Beispiele ein?

Was steckt dahinter?

Als NLP-geschulter Mensch kenne ich natürlich den Gedanken, dass auch hinter blödem Verhalten immer eine positive Absicht steckt. Was könnte die sein?

Ich will schnell ein Ziel erreichen. (Zielstrebigkeit)
Ich möchte pünktlich sein. (Zuverlässigkeit)
Ich möchte meine Zeit sinnvoll nutzen. (Sinnhaftigkeit)
Ich möchte selbst entscheiden, wie ich meine Zeit nutze (Unabhängigkeit)
Ich wünsche mir eine Technik, die funktioniert, so dass ich meine Arbeit gut machen kann. (Effizienz)
Ich möchte jemandem helfen. (Hilfsbereitschaft.)
Ich wünsche, dass jemand weiter kommt und sein Ziel erreicht.

usw.

Ja, das klingt doch erst mal positiv.

Doch beim NLP kommt dann immer die Frage hinterher: Da das bisherige Verhalten ja offensichtlich negativ oder hinderlich ist, welches andere positive Verhalten könnte denn stattdessen diese positiven Absichten unterstützen.

Das nur so als kleine Gedankenanregung …

Strategien gegen Ungeduld

Wenn ich meine Ungeduld selbst nervig finde und ungeduldig mit meiner Ungeduld bin, welche Strategien dagegen gibt es?

Mir einfach vornehmen, geduldiger zu sein, das wird kaum reichen. Mich persönlich spricht auch das Wort „gelassener“ mehr an. Gelassenheit und Entspanntheit finde ich schön und positiv besetzt. Geduld hat für mich zu viel mit „dulden“ zu tun und da sträuben sich mir die Nackenhaare.

Eins der Hauptmotive etwas zu ändern ist ja, dass man vor allem selbst unter der Ungeduld leidet. Sie erzeugt Stress und miese Stimmung. Ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut, wenn ich ungeduldig bin. Mir geht es besser, wenn ich entspannt bin.

Spontan fällt mir ein: Humor ist da auf jeden Fall hilfreich.
Ebenso die Perspektive gerade zu rücken. Wie wichtig ist jetzt die Sache? Was hängt davon ab, ob es erst später passiert?

Der allererste Schritt ist aber sicher, erst einmal wahrzunehmen, dass man ungeduldig ist – und das zu akzeptieren. Denn sich dann noch über sich selbst zu ärgern, macht es nicht besser. Dann fühlt man sich doppelt mies.

Ich nehme es also wahr und könnte da gleich den Humor einschalten. Drüber lächeln. Dem Teil von mir vielleicht einen Namen geben. „Ah, da ist sie wieder, die ungeduldige Hermine! Hallo meine Liebe. Was hast du denn heute im Angebot?“

Ich glaube, so ein innerer Dialog würde schon komplett reichen, um einen in einen anderen Zustand zu bringen.

Oder wenn ich ungeduldig vor einem Aufzug stehe. Da könnte ich ja eine kleine unauffällige Atemübung machen. Oder Beckenboden-Gymnastik :-).

Ich denke, das Entscheidende ist, es zu merken, innerlich einen Schritt zurück zu gehen und zu sehen, was ich damit mache. Ich kann natürlich auch entscheiden: „Ich will mich jetzt so richtig aufregen!“ Aber dann habe ich es wenigstens klar entschieden … und kann vielleicht später drüber lachen.

Ein weiterer Aspekt: Die eigene Reaktion hängt ja auch immer von der inneren Bewertung einer Situation ab und vom Kontext. Wenn Sie im Urlaub in einem südlichen Land auf einen Bus warten, sind Sie sicher weniger ungeduldig als morgens vor der Arbeit, wenn Sie dringend pünktlich zu einem Meeting müssen.

 

Welche Stragegien kennen Sie und setzen Sie ein?

Wie sieht es bei Ihnen aus? Wann sind Sie ungeduldig? Und haben Sie einen Trick, womit Sie gegensteuern können? Oder gar mehrere? Dann her damit!

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