Killerphrasen bei Meetings vermeiden

Das größte Hindernis bei kreativen Meetings sind Killerphrasen

Sie treten blitzschnell, unbewusst und alles zerstörend in vielen Meetings auf, und werden oft kaum mehr als solche wahrgenommen. Weil es so üblich ist. Ideen werden sofort kritisiert und zerredet und am Ende des Meetings wundert man sich dann, das so wenig Neues und Produktives dabei herausgekommen ist.

Warum sind Killerphrasen so schädlich?

Zum einen werden so spannende Ideen, die des Weiterspinnens würdig sind, im Staub zertreten, ehe sie überhaupt aufblühen konnten.
Gleichzeitig wird der Ideengeber oft auch noch vor den anderen lächerlich gemacht, zumindest dezent abgewertet. Das macht die Stimmung in Meetings nicht besser und blockiert weitere Ideen, da verständlicherweise der Mut fehlt, sich ebenfalls „lächerlich“ zu machen.

Solche Kommentare sind nicht immer böse gemeint, sondern entweichen oft unüberlegt und automatisch dem Mund des Sprechers. Sie sind aber extrem hinderlich. Sie führen nämlich dazu, dass der nächste drei Mal überlegt, ob er seine Idee sagen soll – und im Zweifelsfall sagt er sie dann lieber nicht, damit er nicht auch lächerlich gemacht wird.
Jedoch soll beim Brainstorming eben nicht dreimal vorher überlegt und abgewogen werden, ist die Idee nun gut oder nicht, sondern ungefiltert und ungebremst ALLE Ideen genannt und notiert werden, und seien sie noch so schräg und scheinbar verrückt und unrealistisch. Denn diese können andere zu neuen Ideen bringen, zu denen sie sonst nicht gekommen wären.

Abgesehen davon, dass scheinbar verrückte Ideen manchmal auch genial sind oder sich später als gut erweisen. (Sonst würden wir heute noch nicht fliegen, hätten kein Telefon und keinen PC!!).

Wie kann man Killerphrasen vermeiden?

Oft werden diese Killerphrasen ja nicht einmal bewusst und böswillig losgelassen. Es geschieht reflexartig, weil der Kollege eben gerade diesen Ideenansatz noch nicht nachvollziehen kann.
Oder weil jemand panische Angst vor Veränderung hat, die immer erst einmal unbequem ist und oft mehr Arbeit bedeutet. Scheinbar.

Wir alle sind nicht mehr geübt, herzerfrischend drauf loszuspinnen, ohne gleich die „Realität“ als Maßstab anzusetzen. Spätestens in der Schule wurde es uns ausgetrieben.

Daher muss das Problem von zwei Seiten angegangen werden:

1. Wieder Mut und Lust am kreativen Drauflosspinnen und völlig neuen Wegen entwickeln. Dazu setze ich in meinen Kreativitätsseminare kleine Übungen ein, die den Mut und den Spaß daran entwickeln.

2. Bewusst werden für innere und äußere Killerphrasen und diese sofort stoppen.

Zu dem zweiten Punkt habe ich einige Spiele und Methoden entwickelt. Sie beziehen sich auf Situationen, in denen Sie mit anderen zusammen kreative Ideen entwickeln wollen. Eben bei Meetings, Kreativ-Sitzungen, Projektplanungen und was auch immer.

Denn mit Humor lässt sich dieses heikle Thema in Meetings sicher besser bearbeiten als mit strengen Regeln und Verweisen.

Kreative Meetings ohne Killerphrasen

Was können Sie also tun, damit Meetings und Sitzungen künftig Killerphrasenfreie Zonen sind?

  1. Keine Bewertung und Kritik in der Brainstorming-Phase

Zuerst einmal sollte es thematisiert werden. Der Moderator sollte am Anfang erklären, warum Killerphrasen jegliche kreative Ideenfindung unmöglich machen.

Dazu ist es auch hilfreich, kurz das Phasen-Modell vorzustellen von Forscher, Künstler, Richter und Krieger.

Brainstormings erfolgen in der Künstler-Phase. Die Bewertung, die Kritik kommt später in der Richter-Phase. Diese saubere Trennung der Phasen ist das A und O aller Kreativitätstechniken.

Hier kann man auch das Prinzip der Umnutzung erklären:
Aus Abfall wird Humus, aus dem neue Pflanzen wachsen. Sprich: auch aus einer (scheinbar oder noch) blöden Idee können neue tolle Ideen wachsen. Dazu müssen sie aber erst einmal genannt werden dürfen.

  1. Gemeinsame Vereinbarung, Killerphrasen zu vermeiden

Nur wenn alle bereit sind, hier einen neuen Umgang zu lernen, kann man die folgenden Methoden und Spiele einsetzen.

Sie haben zwei Funktionen:
– einmal dafür zu sensibilisieren (denn oft merkt man es ja gar nicht)
– zum anderen zu lernen, diese zu unterlassen

Daher ist es sinnvoll, das vorher zu klären und eben ein Spiel auszuwählen, mit dem man das nun lernen will. Hilfreich ist es zudem, wenn Sie vielleicht auch so ein witziges Flipchart aufhängen, auf dem die Killerphrasen stehen. So als Orientierung.

 

3. Einsatz eines Spiels oder einer Methode

Schauen Sie sich die 11 verschiedenen Spiele an und wählen Sie ein passendes aus und ändern es eventuell um. Oder Ihnen fällt durch die Lektüre ein ganz eigenes Spiel ein.

Wichtig ist es, das vorher mit den Teilnehmern des Meetings zu besprechen, was der Sinn dieses Vorgehens ist. Nur wenn alle bereit sind, den Killerphrasen zu Leibe zu rücken, wird so eine Methode den gewünschten Erfolg haben.