Bullet Journal fürs Business

Ich weiß nicht, ob Sie schon mal was vom Bullet Journal gehört haben bzw. gesehen haben?

Ich liebe ja besondere Hefte und schreibe auch gerne mit schönen bunten Stiften mit der Hand, trotzdem erschloss sich mir beim Erst-Kontakt mit so einem Bullet-Journal (BuJo) noch nicht so ganz der Sinn. Denn ich hatte ja schon einen schönen Kalender. Experimentierte ein bisschen damit herum, legte es wieder zur Seite.

Bis ich dann zum Jahresbeginn noch einmal damit startete. Mit Fortbildung und Facebook-Gruppe und stundenlangem Stöbern bei google-Bild und instagram. Es sieht einfach superschön aus! Und es macht mir Spaß. Und kam irgendwann zu der Einsicht: Ich ändere es einfach so für mich um, dass es Sinn macht, nämlich als Ergänzung zu meinem Kalender. Und kreiere Seiten, die mit meiner Arbeit zu tun haben.

Die Grundidee

Die Grundidee ist die, dass ALLES in einem Heft steht – und auch einfach hintereinander eingetragen wird. Bisher hatte ich mich immer mit Register-Heften versucht für verschiedene Bereiche, aber eine Rubrik war meist schneller voll als die andere und es war dennoch ein ewiges Suchen.

In einem normalen Bullet Journal gibt es erst einmal einen Index, ein Inhaltsverzeichnis, dort trägt man den Titel der Seite/ das Thema ein und die Seitenzahl. Damit man eben nachher auch wieder alles findet.

Dann gibt es einen Key, in dem die Zeichen stehen, die man verwendet für Aufgaben, für Termine, für erledigt, verschieben usw.

Dann gibt es oft noch einen Farbcode. Rot für Arbeit, grün für Privat- zum Beispiel.

 

Normale Bullet-Journale

Jahres-, Monats-, Wochen-Kalender

Die BuJos starten mit einem Kalender. Einer Jahresübersicht, einer Monatsübersicht vor jedem Monat und dann gibt es noch Wochenseiten, wo in die einzelnen Tage Termine und Aufgaben notiert werden.

 

Tracker

Dann gibt es die unterschiedlichsten Tracker, wo man entweder bestimmte Vorhaben verfolgt (ob und wann man sie umgesetzt hat bzw. vermieden hat), aber auch ganz spezielle, wie zum Beispiel einen Migräne-Tracker. Wo man einfach schaut, wann und wie oft taucht etwas auf. Oder einen Gewicht-Tracker, wenn man abnehmen will.

Ich habe mir z.B. einen Schlaf-Tracker gebastelt, wo ich eintrage, von wann bis wann und wie lange ich schlafe. Da ich oft Schlafstörungen hatte, interessiert es mich, wie es denn tatsächlich aussieht. Und vielleicht findet man so auch Zusammenhänge heraus, wann man gut und wann man schlecht schläft. Dazu müsste man dann natürlich mehr Infos eintragen, beispielsweise, was man abends vor dem Schlafengehen gemacht hat.

Die Tracker sind oft sehr hübsch gestaltet, und das motiviert mich noch mehr, es auch zu tun, damit ich wieder so ein schönes Farbraster gestalten kann.

Oder man sieht wie bei meinem, wenn man sich zu viel auf einmal vorgenommen hat :-). Aber mir geht’s auch eher um eine Bestandsaufnahme.

 

Listen

Ansonsten kann man Listen zu jedem Thema eingeben, Ideen sammeln, To-Do Listen anlegen usw. Der Punkt ist nur, dass es immer sehr schön und liebevoll gestaltet ist. So schreibe ich nicht einfach Bücherliste (was ich im Monat gelesen habe), sondern gestalte eine Seite mit Büchern, wo ich die Titel auf die Buchrücken schreibe.

Bilder und Grafiken

Viele gestalten ein Monats-Deckblatt oder malen in die Monatsübersichten. So kann auch einfach mal zwischendurch ein Mandala auftauchen, das ich an einem eingeschneiten Tag zeichnete.

 

 

Bullet Journal fürs Business

Wenn Sie sich im Netz die Beispiele anschauen, finden Sie dort meist private Themen, wie „Was koche ich diese Woche“ oder sogar einen Putzplan fürs Haus. Nicht läge mir ferner, als für so etwas Listen anzulegen.

Ich nutze mein BuJo inzwischen für private und berufliche Themen. Die Übersichten, die ich für Bücher und auch für Filme angelegt habe, finde ich nett.

Ideen sammeln

Ansonsten sammele ich hier aber Ideen für Blogbeiträge oder einfach Ideen, die mir zwischendurch kommen. Die kommen auf die sog. Seite „Rapid Log“ wo man eben schnell und unsortiert alles notiert, damit es nicht vergessen wird.

Überblick über Ausarbeitungen

Dort habe ich aber auch eine Liste von allen Brainstorming-for-one-Themen, die ich im Laufe der Zeit in meinen Kreativitäts-Seminaren gemacht habe, da verlor ich nämlich langsam den Überblick, was ich da schon alles habe.

Fortbildungen

Welche Fortbildungen ich alles gebucht und gemacht habe (seit ich die online mache, nimmt es noch rapid zu J), geplante Projekte.

Aufträge

Eine weitere Seite mit Anfragen und Aufträge. So habe ich einen schönen Überblick, wann kommen welche Anfragen rein und welche verwandeln sich zu Aufträgen.

Dankbarkeits-Sonne

Eine neue Anregung bekam ich neulich: Eine Dankbarkeits-Sonne. Dort zeichne ich jeden Tag einen Strahl an die Sonne und trage ein, wofür ich an dem Tag dankbar bin.

PC-Kram

Kleine technische Tipps für den PC wie Hindernisse und ihre Bewältigung finden sich ebenfalls dort.

Der Stand der Bearbeitung meiner neuen Webseite und Fragen dazu.

Mini-Controlling Zeitmanagement

Ich habe sogar doch auch einen Wochenplan für jede Woche und nutze ihn aber als Mini-Tagebuch. Meine Termine habe ich ja im normalen Terminkalender, hier trage ich ein, was ich tatsächlich am Tag gemacht habe, oft auch mit Uhrzeit. So habe ich einen schnellen Überblick.

Basten Sie Ihr eigenes

Das sind jetzt nur ein paar Beispiele. Sie werden schnell merken, welche Übersichten für Sie Sinn machen. Wollen Sie eher was planen oder festhalten, was Sie gemacht haben? Ideen sammeln oder Dinge abhaken.

Basteln Sie sich Ihr eigenes – und lassen sich, was die Gestaltung angeht, von den tausend Anregungen im Netz inspirieren.

Es gibt auch diverse Facebook-Gruppen, so zum Beispiel „Bullet Journal deutschsprachig“. Auch da bekommen Sie viele Anregungen und können Fragen stellen.

Warum das alles?

Beim Lesen bleibt trotzdem vielleicht die Frage, warum das alles?

In erster Linie, weil es mir Spaß macht. Wie ich schon schrieb, ich schreibe als Abwechslung von der täglichen PC-Arbeit auch gerne zwischendurch mit der Hand. Es macht mir Spaß, etwas kreatives Buntes mit der Hand zu gestalten. Dieses schöne Gestalten hat für mich auch etwas Meditatives. Wenn ich gerade nicht mehr Denken und Arbeiten kann, ist es geradezu entspannend.

Und ich freue mich am Ergebnis.

Aber ich finde es auch beruhigend und übersichtlich, alles in einem Heft zu haben. Vorher hatte ich mich doch oft verzettelt mit x schönen Heften und musste suchen, wo denn was drinstand.

Falls Sie also auch vom BuJo-Fieber gepackt werden, dann zeigen Sie gerne Ihre Ergebnisse und teilen uns Ihre Erfahrungen mit.


Kommentare

Bullet Journal fürs Business — 8 Kommentare

  1. Liebe Zamyat,

    ich bin auch Fan davon. Die Dankbarkeitssonne kannte ich allerdings noch nicht. Schöne Idee!
    Danke!

    LG Marion

  2. Ah wie schön, du benutzt es auch! Ich erinnere mich, dass du auch gerne mit der Hand schreibst :-). Durch dich hatte ich ja auf einem Kongress diese tollen Stifte kennengelernt, die ich jahrelang genutzt habe für meine Mind Maps. Hach, hatte ich ganz vergessen.

  3. Liebe Zamyat,
    sehr schöne deine Journale … ich habe leider nicht so viel kreative Routine, so dass mich das Anlegen und Kreieren viel Aufwand kosten würde. Aber vielleicht ist der kreative Akt auch genau das Ausschlaggebende. Ich führe ein „Nachttagebuch“ (wenn ich nicht schlafen kann), vielleicht sollte ich das ein bisschen visueller gestalten …
    Vielen Dank!
    Gruß
    Kerstin

    • Liebe Kerstin,
      so viel Kreativität braucht es wirklich nicht, es ist eher eine Geduldssache :-). Und erst als ich damit anfing, merkte ich, dass es auf mich eben eine entspannende Wirkung hat, einfach mal doof so Linien zu ziehen oder ein immerhin selbst entworfenes Mandala auszumalen oder eben Bücher zu zeichnen. Du findest ja im Netz auch tausend Vorlagen.
      Und ich merke einfach, dass es mir Freude macht, wenn es dadurch schön aussieht, dass ich es etwas sorgfältiger mache als meine täglichen To-Do Mind Maps.
      Aber selbst die beklebe ich manchmal mit Washi-Tapes :-).

      Das hatte ich in dem Beitrag gar nicht erwähnt: man kann das ganze auch farblich aufpeppen mit Washi Tapes, bestimmten Stempeln und Stickern. Ich fühle mich da wie ein Spielkind, das alles schön bunt macht- und das macht mir gute Laune :-). In meiner Kindheit gabs so’n Kram noch nicht, also hole ich das jetzt hemmungslos nach. Sogar buntes Tesafilm habe ich entdeckt, mit dem ich Erinnerungen in mein Tagebuch klebe.

  4. Wie cool, liebe Zamyat, bin megabegeistert!! Beschäftige mich damit seit Langem mit grosser Freude!
    Heidrun

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