Kreative Gruppenarbeit und Gruppenaufteilungsspiele

So lautete mein Workshop-Thema auf dem diesjährigen Trainer-Kongress in Berlin.

Wie man auch als Trainer-Oldie Lampenfieber haben kann und dennoch auf kreative Ideen setzen kann

Bei der Planung und Vorbereitung hatte ich in etwa eine Gruppengröße vor Augen wie beim letzten Mal vor 2 Jahren. Da hatte ich aber ein Thema zu Online-Seminaren – und da ist die Beteiligung noch eher zurückhaltend. Damals waren es so 25-30 Teilnehmer pro Workshop.

Doch diesmal erfuhr ich dann vorher, es sind am ersten Tag über 70 und am zweiten Tag über 60 Teilnehmer. Als ich dann den Raum am Nachmittag vorher in Augenschein nahm, wurde mir doch ein wenig mulmig.

Ich glaube zum ersten Mal im Leben war ich wirklich total aufgeregt. Nicht, weil ich mir einen Workshop nicht zutraue. Sondern weil ich nicht wusste, wie kann ich diese Methoden in so einem Raum mit so vielen Menschen durchführen. Es dauert einfach alles drei Mal so lange wie in einem Seminar mit 12 Teilnehmern.

Schon alleine die Gruppenaufteilung für die Methode, die ich nicht nur verbal vorstellen, sondern mit den Teilnehmern machen wollte.

Ich schlief nicht besonders lang, und morgens dann beim Yoga im Hotelzimmer kam mir die Idee. Ich würde die Stühle einfach noch mal schnell umstellen in vier Blocks, das wären dann später die Arbeitsgruppen. Dann müssen nicht 70 Teilnehmer durch den Raum stolpern.

Und beim letzten Spiel kann jeder Teilnehmer selbst seinen Stuhl an den Rand stellen – und wir haben eine freie Fläche.

Wie es dann gelaufen ist

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Als Trainer-Oldie noch Fortbildungen machen?

Auf dem Trainer-Kongress in Berlin hatte ich eine nachdenkenswerte Begegnung.

Nachdem ich meinen eigenen Workshop gehalten hatte, ging ich in weitere Worskhops zu anderen Kollegen. Und dort sprach mich anschließend eine Teilnehmerin an. Sinngemäß meinte sie, dass sie es beeindruckend fände, dass ich noch von anderen lernen will, obwohl ich selbst schon so lange Trainerin bin.

In dem Workshop des Kollegen Harald Groß hatte ich nämlich die Auszeichnung „Trainer Oldie 2017“ erhalten, weil ich von allen Anwesenden schon am längsten als Trainerin arbeitete. Nämlich 37 Jahre.

Ich war ehrlich gesagt ganz verdattert. Warum sollte ich nicht in andere Workshops gehen? Klar, ich brauch nicht unbedingt noch weitere neue Seminarmethoden, ich kann ja die eigenen aus meinen vielen Büchern gar nicht alle anwenden in meinen Seminaren.

Neue Impulse und frische Anregungen

Trotzdem finde ich immer wieder auch mal eine neue Methode oder ein neues Spiel, das ich gerne ausprobiere, denn irgendwann wird man die eigenen ja auch leid.

Aber vor allem bin ich immer total neugierig darauf zu sehen, WIE andere Trainer agieren und auftreten und sind. Harald ist beispielsweise so was von anders, das finde ich immer ganz herrlich.

So ruhig! Und spricht so langsam, aber auf den Punkt. Mit einem feinen Humor. Es ist für mich eine reine Wohltat, mal jemand zu erleben, der komplett anders gestrickt ist als ich.

Mir eine konkrete Aufgabe geben

In diesem konkreten Workshop hatte ich mir zudem vorher überlegt: Ich schaue mir seine Methoden für Präsenzseminare an und überlege dann, ob und wie ich sie in Online-Methoden umwandeln kann. Und habe auch schon die ersten Ideen dazu.

Hören Sie irgendwann auf zu lernen?

Aber ich gehe ja nicht nur in Workshops, weil ich sowieso gerade auf dem Kongress war. Ich mache regelmäßig, also eigentlich durchgängig, eigene Fortbildungen. Seit es Online-Fortbildungen gibt, bin ich da noch intensiver dabei als all die Jahre vorher.

Seit Monaten mache ich eine sehr umfangreiche  Fortbildung zum Thema Marketing. In einem anderen Workshop lerne ich, wie man Webvideos erstellt. Es gibt ständig so eine Menge Neues zu lernen, nicht nur auf der technischen  Ebene, was  bei meinem Thema Online-Seminare natürlich noch dazu kommt. Sondern eben auch solche Themen wie Marketing oder die eigene Entwicklung betreffend.

Lernen passiert natürlich nicht nur über Seminare, sondern bei mir auch viel über Bücher. So habe ich ja schon im letzten Newsletter das Buch von Sylvia Löhken erwähnt, das mir sofort wichtige Erkenntnisse brachte und mir auch bei und nach dem Trainer Kongress sehr geholfen hat, mir noch bewusster Zeit zu nehmen, um wieder aufzutanken.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie das Gefühl, nun ist es genug mit Fortbildungen? Oder sind Sie auch weiterhin lernfreudig und fortbildungsbegeistert?

In einem früheren Beitrag (in meinem alten Blog) hatte ich mich ja auch einmal untersucht, aus welchen Motiven heraus jemand Fortbildungen machen kann.  Machen Sie es aus einem Mangelgefühl (ich muss immer mehr und mehr lernen, es ist aber nie genug) oder weil Sie Freude daran haben, sich weiterzuentwickeln und immer weiter dazuzulernen?

Meine erste Auszeichnung

Haha, nun habe ich auch endlich mal eine Auszeichnung bekommen. Auf dem Trainer Kongress in Berlin. Im Workshop von Harald Groß.

Dort sollten wir uns bei einer Übung nach der Anzahl unserer Trainer-Jahre aufstellen. Ich stand ganz am Ende mit 37 Jahren Trainerdasein, am anderen Ende stand eine Trainerin, die seit einer Woche dabei ist.
Wir bekamen jeweils eine Moderationskarte, auf meiner stand „Trainer-Oldie 2017“ mit der Aufforderung, diese gut aufzubewahren.

Am Ende des Workshops wurden wir dann nach vorne gerufen und bekamen Preise überreicht. Die neue Kollegin ein Buch von Harald Groß. Zu mir meinte er:“Ich kann ja einer Trainerin, die so lange dabei ist, kein Buch schenken.“ Daher bekam ich ein Karten-Set mit 22 Munterrichtsmethoden.

Ich freue mich ja immer wie ein Kind, wenn ich etwas geschenkt bekomme. Und eine „Auszeichnung“ mit Preis zu erhalten- das war ja noch eins oben drauf.
Danke! Der Workshop hat zudem viel Spaß gemacht und mir neue Methoden auch für Online-Seminare beschert.

Intros und Extros – leise und laute Menschen

Wie regenieren Sie sich am besten nach einem Seminar oder Kongress mit vielen Kontakten und Begegnungen?  Was tut Ihnen gut, wenn Sie erschöpft sind? Brauchen Sie einen Rückzug und ein paar Stunden Ruhe und Alleinsein oder im Gegenteil, laden Sie neue Energie auf, indem Sie sich ins Getümmel stürzen und mit Freunden um die Häuser ziehen?

Das gibt einen entscheidenden Hinweis darauf, ob Sie eher ein Intro oder ein Extro sind.

Überraschende  Einsichten

Jahrelang stand das  Buch von Sylvia Löken „Leise Menschen- starke Wirkungungelesen in meinem Bücherschrank, weil ich glaubte, dass ich damit ja nun gar nichts am Hut habe.

Ich schätzte mich selbst als äußerst extrovertiert ein. Als Trainerin liebe ich es vorne zu stehen und zu reden, auch Workshops mit großen Gruppen auf Kongressen machen mir Spaß und mein Erscheinungsbild ist ja auch eher bunt und auffällig.

Bis ich mal zufällig auf die Äußerung einer Kollegin stieß, dass sie nun versteht, warum sie in Seminaren abends ihre Ruhe braucht. Um eben wieder neu Energie aufzutanken.

Gestern war ich mal wieder um 5:30 wach, meine Stunde Yoga hatte ich auch schon hinter mir und noch ½ Stunde Zeit, bevor ich ins Co-Working-Büro fahren konnte. Da nahm ich das Buch zur Hand – und war sofort gefangen.

Was bin ich denn nun?

Ich merkte schon sehr schnell, dass ich hier offensichtlich wie bei allen Persönlichkeitstest und auch bei den Lerntypen zwei Gegensätze in mir vereinbare. Und zwar nicht mit Tendenz zu einer Seite (wie es bei den meisten ist), sondern tatsächlich beide Extrem-Pole lebe.

Selbsterkenntnis hilft die richtigen Strategien zu finden

Das Wichtigste an dem Buch (ich bin wie gesagt noch am Anfang) scheint mir vor allem zu sein, dass man sich erstens besser versteht und damit auch nachsichtiger mit sich umgeht (dazu gleich ein Beispiel). Und wohl auch Strategien lernt, wie man in konkreten Situationen seinen Bedürfnissen gerecht wird.

Und nicht aus Unwissenheit oder falschem Anpassungsverständnis sich ständig Situationen aussetzt, die einen total anstrengen.

Bei der Autofahrt nach den ersten Seiten kamen mir nämlich auch sofort Beispiele in den Sinn.

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Teamplayer oder Einzelkämpferin?

Trainer scheinen ja von Natur aus erst einmal Einzelkämpfer zu sein. Sie führen in der Regel ihre Seminare und Trainings alleine durch.
Auch Akquise und der ganze Verwaltungskram hängt meist an ihnen, wenn sie nicht jemanden dafür anheuern.

Nun sind wir Menschen aber sehr unterschiedlich.

Manche genießen die komplett eigene Gestaltungsmöglichkeit und auch die Verantwortung, die Freiheit, vollkommen selbständig entscheiden zu können, was sie wann und wie machen.

Ich kenne aber auch Kolleginnen, die sich oft einsam fühlen und den Austausch mit anderen vermissen. Die eigentlich lieber im Team arbeiten würden als alleine.

Was für ein Tpy sind Sie?

Der erste Schritt ist, sich erst einmal bewusst zu machen, was für ein Typ man ist. Denn es geht sicher auch vielen anderen so wie mir, dass ich das erst einmal gar nicht so bewusst entschieden habe, sondern es sich so entwickelt hat. Vielleicht haben Sie aber auch noch nicht intensiver drüber nachgedacht, weil Sie es einfach so als selbstverständlich hingenommen haben. Das ist nun mal so!

Hier zwei Beispiele:

Meine Trainer-Karriere begann ich in einem Team, damals auch noch angestellt. Wir waren zu dritt. Wir planten die Seminare gemeinsam und führten sie gemeinsam durch, dabei testeten wir allerdings verschiedene Varianten. Davon unten mehr.

Später gab es Veränderungen, die Teams wurden zu teuer, wir wurden alleine losgeschickt.

Meine Kollegin merkte dann, dass sie gerne im Team arbeitet, dass sie den Austausch mit anderen vermisst.

Ich merkte, dass ich inzwischen viel lieber alleine arbeite. Mir hatte die gemeinsame Vorbereitung und Planung sehr viel Spaß gemacht, da wir auch ähnlich tickten. Wir waren beide so Methodentüflterinnen und übertrumpften uns mit kreativen Ideen.

Doch bei der Durchführung fand ich es immer schwieriger. Wer macht was wann? Wie können wir garantieren, dass wir in Arbeitsgruppen wirklich das Gleiche machen und mit gleichen Ergebnissen im Plenum zusammen kommen, um dann mit der ganzen Gruppe weiter zu arbeiten etc.

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Jeden Tag etwas Neues tun oder etwas anders machen als bisher

2015 habe ich ja ein 30 Tage Mut-Muskel-Training durchgeführt.

Doch es war für mich keine zeitlich begrenzte Aktion. Ich wollte die Essenz als grundsätzliche Haltung mein Leben lang beibehalten: Offenheit für Neues, Ausbrechen aus Gewohnheiten, immer wieder mal kleine Mut-Muskel-Trainings.

Denn das Ergebnis ist phantastisch. Ich hatte es als „Kreativitäts-Turbo“ empfohlen, doch es bewirkt noch viel mehr als das.

Sie fühlen sich lebendiger

Selbst in stinknormale Arbeitsalltage bringt diese Haltung eine neue Würze hinein. Sie fühlen sich lebendiger, weil Sie mit einem neuen Bewusstsein an Ihre Alltagssituationen herangehen. Sie neu betrachten und prüfen: „Was könnte ich einmal anders machen? Was wäre eine kleine Herausforderung, die mich aus meinem Gewohnheitstrott reißt?“

Es kann dazu führen, dass Sie manches nicht mehr als selbstverständlich ansehen, was Sie seit ewigen Zeiten so und nicht anders machen.

Dabei geht es nicht darum, dass dieses neue Verhalten besser, schneller oder effektiver ist. Sondern lediglich darum, dass es anders ist, als das, wie Sie sie es bisher gemacht haben.

Warum?

Das bringt Ihr Gehirn in Trab. Das wirkt langsamem Einrosten entgegen. Das hält Sie jung und beweglich, auch im Geiste.

Und gleichzeitig wird das Leben aufregender. Sie machen immer wieder neue erstaunliche Entdeckungen. Die Sie verpasst hätten, wenn Sie in alten Bahnen weiter gefahren wären.

Bei mir ging es sogar noch tiefer.

Eine „Macke“ von mir ist, dass ich gerne plane und innere und äußere Programme habe, die ich brav befolge. Manche bewusst, andere automatisch. Solche Programme und Strukturen sind natürlich oft sehr hilfreich. Aber ebenso gut können Sie hinderlich sein oder auch vielleicht inzwischen überholt.

Durch die #MuMuT-Übung wurden sie immer wieder durcheinander gerüttelt und hinterfragt. So dass ich anschließend viel bewusster entscheiden konnte: dieses „Programm“, diese Gewohnheit möchte ich beibehalten, weil sie nützlich ist oder mir gut tut. Andere kann ich aber getrost verabschieden und neue entwickeln.

Eine weitere Erkenntnis

In meiner täglichen Liste standen oft 3-5 Punkte, nicht nur eine Aktion pro Tag. Das lag auch daran, dass ich auch ohne das Training dort eine Menge hätte schreiben können. Mir fiel nur durch die täglichen Notizen erst einmal so richtig deutlich auf, dass ich zum Beispiel ständig was Neues lerne. Mich zu einer Online-Fortbildung anmelde, einen Online-Kurs besuche, ein Webinar, ein Video, einen Selbstlernkurs. Oder eben live zu allen möglichen Veranstaltungen gehe, Menschen treffe, neue Wege erwandere.

Durch diese Aktion habe ich dann noch etliches bewusst hinzu genommen und auch bewusst geplant.

Geplant oder spontan?

Auch das war ein Thema, über das ich mir auch schon vorher Gedanken gemacht habe und das wir auch im Forum diskutiert haben.

Etliche Aktionen habe ich mir vorher überlegt oder richtig geplant. Beispielsweise, dass ich zum ersten Mal mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Antalya nach Cirali fahre, statt mich wie sonst von einem Transfer abholen zu lassen.

Für mich persönlich war es aber noch viel spannender – und wichtiger – zu lernen, spontan in Alltagssituationen zu sehen:“Ah, hier ist nun eine Situation, wo ich den „Mut-Muskel“ trainieren kann. Sei es, mich spontan auf einen Vorschlag von anderen Menschen einzulassen, wo ich früher erst einmal abgelehnt hätte, weil es mir unbequem war. Sei es, dass mir ganz spontan eine Idee durch den Kopf schoss: „Och, ich hätte jetzt mal Lust…“ und dann schwups von der Autobahn abfahre, um es zu machen.

Alles Dinge, die ich sonst nicht getan hätte, weil sie so einen winzigen inneren Ruck erfordern.

Jetzt vor dem Hintergrund: „Ach, ich mache ja das Mut-Muskel-Traing“ , konnte ich mich viel leichter auf solche spontanen Anregungen oder Eingebungen einlassen.

Neben all den tollen neuen Erfahrungen und Begegnungen führte das auch nicht selten dazu, dass ich ein wenig stolz auf mich war. Und das ist ja auch nicht schlecht, sondern ein wunderbarer Motivator.

Essenz

Dieses bewusste Einlassen auf neue Situationen und oft auch spontane Angebote hat mir viele sehr interessante Begegnungen verschafft, zu sehr schönen Erlebnissen geführt und mir einfach sehr viel Freude gemacht.

Ich bin öfter bewusst über meinen Schatten gesprungen und habe somit meine Grenzen erweitert.

Dadurch fühle ich mich noch lebendiger, jünger, kreativer und munterer – alles sehr erfreuliche Resultate.

Daher kann ich Sie nur noch einmal aller ermutigen:

Starten Sie Ihr eigenes Mut-Muskel-Training. Es geht auch wunderbar ohne Gruppe und offizielle Einladung. Diese gemeinsame Aktion war für mich auch nur als Start gedacht, da es doch vielen leichter fällt, wenn sie sich darüber regelmäßig austauschen können.

Doch ich selbst hatte ja schon Wochen vorher damit begonnen und werde eben auch nicht aufhören. Warum auch? Ich möchte noch ewig weiter lernen und wachsen, und da ist das eine wunderbare leichte Methode.

Allerdings finde ich es nach wie vor hilfreich, das täglich zu notieren. Ob öffentlich in meiner OAZE – Online-Akademie oder in einer Facebook-Gruppe oder eben wieder nur für mich. Das macht keinen großen Unterschied.

Also, wollen Sie mittrainieren? Nur für sich? Es lohnt sich!

Müssen wir Trainer alle Lerntypen lieben?

Eine Teilnehmerin in einer Trainer-Ausbildung meinte neulich: „Bei den Merkmalen zu den Lerntypen habe ich sofort einige ehemalige TeilnehmerInnen erkannt und leider auch die Erkenntnis, dass der visuelle Lerntyp mich aggressiv macht.
Neulich in einem Seminare, bei dem ich Teilnehmerin war, waren einige Visuelle dabei. In dem Seminar wurde viel gesprochen, geschrieben, gemalt und Collagen erstellt. Ich wurde hinterher gefragt, ob das immer so oberflächlich sei. Für mich war das Seminar total intensiv.“

Sie hatte auch bei ihren eigenen Seminaren beobachtet, dass die Visuellen ungern über ihre Gefühle und Erfahrungen sprechen, was bei ihren Seminar-Themen aber notwendig ist.

Seminarangebot und Ausschreibung als Abschreckung

So halb im Spaß schrieb ich als eine der Lösungsideen:“ Mach doch in deiner Seminarausschreibung ganz deutlich, was ihr da alles macht: Singen, Spielen, Malen etc. Das schreckt dann sehr Visuelle vielleicht ab.“

Dann dachte ich aber noch weiter.

Sie können Ihre Teilnehmer nicht den Lerntypen zuordnen

Bei meinen Einheiten zu Lerntypen geht es mir weniger darum, dass anschließend Trainer die Teilnehmer entsprechend zuordnen können. Das geht gar nicht und ist auch nicht notwendig. Mir geht es dabei vor allem erst einmal darum, dass sie sensibel für die Unterschiede werden, wie Menschen lernen.

Und – das ist das Hauptziel dieses Themas – dass sie entsprechend ihre Seminare vorbereiten und Methoden einsetzen, die alle Lerntypen berücksichtigen. Wo für jeden etwas dabei ist. Daher empfehle ich auch immer bei der Seminarplanung beispielsweise in den Trainerleitfaden eine Spalte für die Lerntypen einzurichten. Da sieht man dann auf einen Blick, wie der Wechsel ist und welcher Lerntyp schon länger nicht berücksichtigt wurde. Das sieht dann so aus:

 

Es gibt wenige Methoden, mit denen alle Lerntypen gleichzeitig angesprochen werden, daher ist es dann wichtig, für einen regelmäßigen Wechsel zu sorgen.

Auswahl anbieten

In diesem konkreten Fall hatte ich dann noch einen anderen Lösungsvorschlag:

„Biete doch  bei diesem speziellen Thema im Seminar verschiedene Methoden zur Auswahl an.“

Dass beispielsweise die Visuellen die Fragen, die etwas ans Eingemachte gehen, schriftlich für sich alleine beantworten- und auch vorher mitgeteilt bekommen, ob sie das nachher veröffentlichen müssen, sich darüber in der Gruppe austauschen oder vielleicht nur mit einem selbstgewählten Partner. Oder auch gar nicht.

Die Auditiven können die Themen in Arbeitsgruppen oder zu zweit bearbeiten.

Und die Kinästheten können dazu eine Collage herstelle oder etwas malen – und sich dann auch darüber austauschen.

Dazu muss das Thema Lerntypen gar nicht thematisiert werden. Man bietet einfach die drei Arbeitsweisen an, und jeder Teilnehmer wird sich die Methode auswählen, die ihm am besten passt. Dann fühlt sich niemand zu etwas gezwungen ( für die Kinästheten ist es auch wichtig, dass sie selbst wählen dürfen) und niemand fühlt sich ausgeschlossen oder als „Spielverderber“.

Natürlich kann man das nicht ein ganzes Seminar lang durchziehen, aber bei solchen Sequenzen, die wichtig sind und wo sie die Erfahrung gemacht hatte, dass das für die Visuellen eine Qual ist, wäre so etwas durchaus denkbar.

Was meinen Sie?

6 Motive für eine Fortbildung – und 6 Entscheidungshilfen

Was sind Ihre Motive, eine Fortbildung zu buchen?

Wenn es um die Entscheidung geht, ob ich diese oder jene Fortbildung buche oder mir eben auf die Finger klopfe, ist es sehr hilfreich, sich die Motivation anzuschauen.

Was ist es, das mich dazu treibt?
Denn je nach Motiv kann das Ergebnis der Entscheidung ein ganz anderes sein.

Hier ein paar mögliche Motive, Sie können diese gerne im Kommentar ergänzen.
Weiter unten finden Sie dann Entscheidungshilfen, passend zum jeweiligen Motiv.

1. Mangelbewusstsein

Das scheint vor allem ein Phänomen bei Frauen zu sein. Dass sie denken, sie sind noch nicht gut genug. Sie müssen noch diese Ausbildung und jene Fortbildung besuchen und DANN können Sie sich raustrauen. Und etwas anbieten. Oder höhere Preise nehmen. Oder…

2. Erfolgs-und Glücksversprechnungen

Im Moment wird das Netz überschwemmt von Online-Fortbildungsangeboten, die alle das schnelle Geld und das große Glück versprechen. Sie starten oft mit kostenlosen Einstiegs-Tools, später kann man dann ein Seminar oder ein Paket buchen.
Viele Anbieter sind ungeheuer überzeugend, strahlen aus, was sie anpreisen und sitzen glücklich lächelnd  am Meeresstrand oder mit einer tollen Aussicht im Hintergrund in einem exotischen Land.

3. Aus reiner Freude am Lernen

Das ist zwar eher ein Rentner-Phänomen (manche gehen noch mal an die Uni oder besuchen sonst was für Akademien), aber auch unter uns Arbeitenden gibt es so manche, denen es einfach Freude macht, neue Dinge zu lernen. Vielleicht auch in Sparten, die gar nichts mit ihrer Arbeit zu tun haben.

4. Austausch mit anderen

Ich war gerade anfangs total davon fasziniert, wie so ein Austausch zwischen den Teilnehmern in Online-Seminaren stattfand. Inzwischen hat sich vieles davon in Facebook-Gruppen verlagert.  Ganz gleich wo, der Austausch mit anderen und das gegenseitige Inspirieren und Unterstützen hat mich hoch motiviert und ich habe mich freudig in die entsprechenden Foren gestürzt und war gespannt, wo eine Antwort ist oder wo ich etwas dazu schreiben kann.

5. Sie wollen etwas konkretes lernen, das Sie brauchen

Das ist ja in der Regel der „normale“ Grund, weshalb man Fortbildungen besucht. Und gerade da finde ich die Möglichkeit, das online zu machen, ein Segen. Gleichzeitig ist es ein Fluch, da ich eben zu viel davon buche und nicht immer dran bleibe.

Beispiel:

Inzwischen habe ich sogar zwei Kurse da „liegen“, mit denen ich endlich mal richtiges Tastaturschreiben (blind, mit 10 Fingern) lernen will. Aber ich habe schon ewig nicht mehr weiter geübt. Denn umlernen ist da hundert Mal schwieriger als neu lernen.

Oder einen Türkisch-Sprachkurs (inzwischen gekündigt).

Was ich aktuell gerade lerne:

*Einführung in Word-Press – damit bastele ich gerade an zwei neuen Webseiten
* Einführung in Camtasia – wie ich Videos mache
* Einführung ind Audacity- wie ich Audios mache (oder meine Videos vernünftig vertone)
* Trello

6. Sie investieren in Ihre persönliche Weiterentwicklung

Dann gibt es ganz andere Themen, die nicht direkt mit Ihrem Job zu tun haben, sondern wo es um Ihre eigene Weiterentwickung geht oder Ihr Lebenskonzept. Solche Themen arbeite ich persönlich gerne auch mit Büchern durch, die ich mit in die Türkei nehme. Da habe ich Zeit und Muße die Bücher zu lesen, richtig durchzuarbeiten, Übungen zu machen.

Ich habe aber auch schon sehr langfristige Online-Coachings oder Seminare gebucht, bei denen es ans Eingemachte ging und die viel bei mir bewirkt hab

Entscheidungshilfen

Wenn Sie sich dann klar sind, was Ihre Motivation ist, können Sie besser entscheiden.

Fortbildung zum Vergnügen

Nehmen wir mal an, für Sie ist Fortbildung eben reines pures Vergnügen. Dann brauchen Sie nicht zu analysieren, ob Sie das nun wirklich brauchen, ob es Ihnen das Ergebnis von Erfolg bringt, ob sich das lohnt – sondern Sie machen es einfach, weil es Ihnen Freude macht. Es geht dann nicht in erster Linie um ein erwartetes Ergebnis, sondern um die Teilnahme und das Erleben.
Dann bleibt nur die Frage, ob Sie die nötige Zeit und das Geld dafür investieren wollen (es sich erlauben!) – und hinein ins Vergnügen!

Hoffung auf den großen Durchbruch

Wenn Sie sich davon einen enormen Aufschwung Ihres Business versprechen, dann ist es sinnvoll genauer hinzuschauen. Auf den Anbieter, das Programm, die Kosten und die Überprüfung, ob es wirklich neu für Sie ist. Und nicht nur heiße Luft dahinter ist oder ein junger Spunt Ihnen etwas verkaufen will, was Sie selbst schon seit Jahrzehnten praktizieren.

Ich schaue mir das immer wieder fasziniert an, mehr mit dem Hintergedanken, von deren Marketing-Strategie zu lernen  und mir etwas von diesem unglaublichen Selbstbewusstsein abzugugucken. 🙂

Konkretes Handwerkszeug oder Techniken lernen

Wenn es so konkrete Techniken sind (wie bei mir gerade), dann kann es auch sinnvoll sein, sich eine logische Reihenfolge zu entwickeln und wirklich erst mal mit einer anzufangen. Und wenn Sie es dann können und wissen, wie es geht, erst die nächste zu buchen. Denn es kann frustrierend und lähmend sein, so viele Fortbildungen „im Nacken“ zu haben und sich dann womöglich noch selbst runterzumachen, dass man das immer noch nicht fertig hat. Da waren die Augen mal wieder größer als der Appetit :-), ich kenne das nur zu gut.

Mangelbewusstsein

Wenn Sie sich dabei erwischen, dass ein Mangelbewusstsein dahinter steht, dass Sie noch nicht gut genug sind, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die aber sicher ein wenig mehr Zeit brauchen. Je nachdem, wie tief dieses Gefühl sitzt und welche Ursachen es hat.
Das kann mit einem grundsätzlich geringen Selbstwertgefühl zu tun haben oder aber auch nur mit einer falschen Einschätzung. Entsprechend können Sie sich da mit einer Therapie Unterstützung holen oder es reicht auch ein Gespräch mit Kollegen aus dem gleichen Bereich.
Wenn Sie ein eher „linkshirniger“ Typ sind, können Sie auch eine Liste anlegen:

1. Was Sie alles schon an Fortbildungen und Weiterbildungen in Ihrem Leben gemacht haben
2. Was Sie an Fähigkeiten, Qualitäten und Qualifikationen aufzuweisen haben. (Und wenn Sie das mit so manchem Erfolgs-Guru vergleichen, sehen Sie meist, dass Sie da meilenweit voraus sind!)
3. Kramen Sie Testimonials und Feedbacks Ihrer bisherigen Kunden oder Teilnehmer hervor.
Sie können sich auch schlicht fragen: „Stimmt das wirklich?“
Und probieren Sie es mal mit dem Gegenteil: Statt: „Ich bin nicht gut genug“ sagen Sie „Ich bin super gut!“ „Ich mache sehr gute Seminare“ oder was auch immer für Sie das Gegenteil ist.

Sollte das Gefühl nicht gut genug zu sein daher rühren, dass es tatsächlich Probleme gibt, dass Sie beispielsweise öfter negative Teilnehmerfeedbacks oder Kundenbeschwerden bekommen, dann ist es sicher ein Zeichen, da mal genauer hinzuschauen. Woran es liegt. Es kann vielleicht durch eine Fortbildung behoben werden, aber vielleicht liegt es auch an ganz anderen Dingen? Da lohnt sich auf jeden Fall eine klare Analyse, vielleicht auch mit professioneller Hilfe.

Dann wäre es wichtig genau hinzuschauen, welche Art von Fortbildung da hilfreich wäre: noch ein neues Methoden- Modell oder Trainer-Tool oder Persönlichkeitsmodell, das Sie in Ihre Seminare einbauen können? Oder mehr in Richtung Kommunikation oder Achtsamkeit oder Umgang mit Störungen etc.

Freude am Austausch

Bei diesem Motiv spricht nichts dagegen, sich diese Freude zu gönnen und sich in Foren oder Facebook-Gruppen zu tummeln. Ich kenne es selbst, dass ein kurzer Ausflug dorthin und Austausch mit anderen mir oft gute Laune und neuen Schwung für die Weiterarbeit gibt. Oft bekomme ich auch Ideen oder kann um einen Tipp bitten und bekomme Antworten auf Fragen.
Es ist eben eine Art Ersatz für ein Großraumbüro, wo man sich mal am Kopierer oder am Kaffeeautomaten trifft und kurz austauscht. Das haben wir Home Office-Arbeiter eben nicht.

Persönliche Weiterentwicklung

Hier finde ich es fast am wichtigsten, vorher den Trainer oder die Trainerin zu prüfen. Bei Fachthemen kann ich durchaus auch von Menschen lernen, die mir nicht sehr sympathisch sind, wie ich zu meiner eigenen Verwunderung festgestellt habe.

Aber bei Themen, die mit mir und meiner persönlichen Entwicklung zu tun haben, da muss die Chemie stimmen. Vor allem aber muss ich da den Eindruck haben, dass er oder sie da wirklich gut ist, selbst solche Themen kennt, sie aber auch in der Tat selbst verwirklicht und umgesetzt hat. D.h. dieser Mensch muss für mich glaubwürdig sein. Erzählen kann man vieles und Fotos kann ich alle möglichen zeigen.

Das heißt für mich nicht, dass ein solcher Trainer „perfekt“ sein muss und keine eigenen Probleme mehr hat. Das fände ich unglaubwürdig. Im Gegenteil, ich finde es gut, wenn sie sich auch als Menschen mit Macken und authentisch zeigen. Aber sie sollten eben an den Punkten schon etwas weiter sein und mir etwas zeigen können oder mich unterstützen können, die ich gerade lernen oder entwickeln will.

Da dieser Bereich sehr viel sensibler ist, die Kosten oft auch nicht gerade gering, habe ich hier oft nach persönlichen Empfehlungen ausgewählt. Das dann kombiniert mit meinem Bauchgefühl und einem ersten Eindruck am Telefon oder E-Mail oder Video oder was auch immer.

Klar kann man sich dann trotzdem irren, aber in der Regel bin ich in meinem Leben immer auf sehr gute Lehrer gestoßen.

In der Zeit meiner langen Ausbildungen (Yogalehrerin, Gestalttherapie, Meditation etc.) hatte ich immer das Glück oder die Intuition, hervorragende Lehrer zu wählen, die mich lange Jahre begleitet haben und ein sehr großes Stück zu meiner Weiterentwicklung beigetragen haben. Dafür bin ich sehr dankbar.

Hilfsbereite Handwerker

Oft wird ja über Handwerker geschimpft. In den letzten Wochen hatte ich oft und lange Handwerker im Haus, die sich um meine 5 Wasserrohrbrüche und ihre Folgen kümmerten. Da habe ich durchweg nur gute Erfahrungen gemacht. Zum einen, weil sie ihre Arbeit gut machten. Aber auch, weil sie eben darüber hinaus auch noch nett waren.

Und es gab gleich mehrere Beispiele für meine Kategorie: „Freundliche Alltagsgesten“.

Hier zwei Beispiele:

Seit Monaten war mir eine Handtuchbefestigung in der Küche abgebrochen. Meine eigenen Versuche, sie mit den viel zu kurzen Nägeln wieder dran zu kloppen schlugen fehl. Da fragte ich S., ob er mir das repariere könne. Klar, kein Problem. Ehe ich mich versah, hing das Ding bombenfest- und er wollte nichts dafür haben. (Das fiel ja nicht in die Arbeiten, die über die Hausversicherung meines Vermieters laufen, sondern das war ja ein privater Auftrag von mir).

Das andere Beispiel: Ich hatte eine neue Dusche gekauft und bekam die alte aber ohne Rohrzange etc. nicht ab. Auch hier reichte eine Frage an K. Er montierte nicht nur die neue Dusche, sondern reinigte auch noch den Abfluss. „Was kriegst du dafür?“ „Ach was, nix!“

Beides scheinen vielleicht nur Kleinigkeiten zu sein. Aber mir machen sie das Leben erheblich leichter und ich freue mich, wenn Menschen nett und hilfsbereit sind. Einfach weil sie es sind! Und ich bin sicher, davon gibt es eine Menge!!

Öffentlich krank sein?

Newsletter und anderes fällt aus

Letzte Woche gab es keinen Newsletter, weil ich krank war. Zuerst war es nur ein Schnupfen, und mit Schnupfen legt Frau sich ja nicht ins Bett. Doch als ich Dienstag bei einer Supportsitzung über Skype vor lauter Niesen, Nase putzen und tränende Augen abtupfen kaum noch zum Arbeiten kam, meinte meine Gesprächsparterin irgendwann: „Zamyat, du gehörst ins Bett!“

Ich glaube, ich habe seit Jahren nicht mit Erkältung oder Grippe im Bett gelegen und es kam mir geradezu ungeheuerlich vor. Einfach so einen ganzen Tag rumliegen? Keine E-Mails beantworten, einen Tag aus dem Online-Seminar aussteigen? Geht das?

Gleichzeitig hörte ich von so vielen, die seit Wochen so etwas mit sich herumschleppten, daher dachte ich: lieber mal einen Tag richtig ins Bett als wochenlang krank. (Was eine kleine Illusion war, ein Tag reichte leider doch nicht).

Und so lag ich dann da – und merkte erst da so richtig, wie elend es mir ging. Schlafen, Tee trinken, Nase putzen, trändende Augen tupfen, schlafen, dösen, essen… Damit ging locker der Tag vorbei.

Trost und Beistand in den Social Media

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