Not macht erfinderisch – Kreativitättipps mit links

In der Literatur über Kreativitätstechniken findet man immer wieder den Tipp, Dinge einmal anders zu machen als gewöhnlich. Beispielsweise mal mit links die Zähne zu putzen statt mit rechts.
Diese Grundidee habe ich ja vor Jahren mit meinem Mut-Muskel-Training aufgegriffen, wo es darum ging, 30 Tage lang jeden Tag so etwas Ungewohntes oder Neues zu tun.

Durch meine gebrochene rechte Schulter bin ich nun über Wochen gezwungen, ständig Dinge auf ungewohnte Art und vor allem nur mit links zu machen. Ich tröste mich damit, dass das ein gutes Gehirntraining ist und eben auch meine Kreativität noch mehr fördert 😀 . Und versuche das Ganze eben auch mit Humor zu nehmen.

Dabei ist mir eine Menge aufgefallen. Es gibt Dinge, die sind mit links (und mit nur einer Hand) ungewohnt und schwerfällig, aber möglich. Es gibt Dinge, die gehen überhaupt nicht mit nur einer Hand und andere, die gehen fast genauso gut.
Aus irgendeinem Grund habe ich dann angefangen, entsprechende Listen anzulegen – warum auch immer. Darauf komme ich später zurück.

Beispiele für kreative Lösungen

Auch wenn Sie erfreulicherweise beide Hände nutzen können, können Sie diese Anregungen vielleicht doch inspirieren. Ich hatte zur eigenen Aufmunterung und Erheiterung anderer begonnen, bei Facebook so einige Beispiele zu posten, wie ich Alltagsdinge „mit links“ erledige. (Diese schöne Doppeldeutigkeit :-).

Sie können einfach für Sie als Beispiel dienen. Wie es auch in schwierigen Situationen oft Möglichkeiten gibt. Bei Schwierigkeiten nicht zu schnell aufzugeben. Das Ganze spielerisch und kreativ anzugehen. Damit verlieren die Probleme an Gewicht – und Sie finden eine hilfreiche Lösung.

Ansonsten können Sie es auch als reine Unterhaltung lesen und anschauen.

Und mein 1. Video bewundern.

Kreativ-Tipp Nr. 8 – Äpfel zerkleinern mit links

Die lauten Geräusche im Hintergrund kommen wohl vom Wasserkocher, der direkt daneben steht. Darauf hatte ich bei der Aufregung nicht geachtet.

Kreativ-Tipp Nr. 7 – nur mit links – Einsatz eines Neti Nasenkännchens

Da sich nun auch noch ein Schnupfen anschleicht, kommt mein Neti Nasenkännchen zum Einsatz. Denn wenn ich das direkt am Anfang zweimal täglich einsetze, kann ich den Schnupfen meistens wieder stoppen.

Nun erhob sich die Frage , ob und wie das nur mit dem linken Hand geht. Das Nasenkännchen mit der linken Hand in das linke Nasenloch stecken und den Kopf nach rechts hängen lassen, damit das Salzwasser aus dem rechten Nasenloch wieder herausläuft, ist natürlich einfach.

Doch geht es auch auf der anderen Seite?

Dazu nehme ich das Nasenkännchen in die linke Hand, drehe die Öffnung aber nach links, kreuze den linken Arm vor dem Oberkörper, so dass ich die Tülle des Kännchens in das rechte Nasenloch stecken kann. Dabei muss ich den linken Ellbogen und linken Oberarm auf dem Waschbecken abstützen und den Kopf nach links neigen. Es ist also eine ziemlich verdrehte Haltung, aber es funktioniert.

Das ist übrigens eine uralte Yoga Reinigungs Übung und sie ist sehr wirkungsvoll. Selbst mein Vater hat es jahrelang genutzt, für seine verstopften Nebenhöhlen, obwohl er sonst mit Yoga nichts am Hut hatte.

Er reimte sogar begeistert:
noch besser als ein Raclette Pfännchen,
ist das Yoga Nasenkännchen. 😀

Kreativ Tipp Nummer 6 – Humor

Bekanntermaßen ist Humor immer hilfreich. Gestern bekam ich diese süße Karte von meiner Freundin Christiane, die früher immer solche Kritzel Zeichnungen per Fax schickte. Vor allen Dingen, wenn irgendjemand ein Problem hatte oder es uns schlecht ging.

So zaubert auch diese Karte wieder ein Grinsen in mein Gesicht. Herrlich.

Also der Kreativ Tipp ist, mit Humor einzelne absurde Situationen aus dem schwierigen Alltag von zeitweise Behinderten herauszufiltern und auf witzige Weise darzustellen, zu zeichnen oder zu schreiben. Das hilft einfach Distanz zu bekommen und eben auch gute Laune.

Kreativ-Tipp Nr. 5 – Haare Hochbinden mit einer Hand

Ja dazu habe ich jetzt nicht wirklich einen kreativen Tipp, auch wenn ich vorher schon mal eine Variante (Tipp Nr. 2) geschildert habe, die ist aber nur tauglich für zu Hause.

Da ich entschlossen bin ab Mitte November wieder Präsenzseminare zu geben, musste ich eine andere Lösung finden. Diese kam mir dann nachts im Bett.
Dass ich nämlich wohl leider meine Haare wieder etwas abschneiden muss, so Kinnlänge. Dann kann ich sie selber waschen, föhnen und kämmen und muss keine Seminar -Teilnehmerin bitten, mir morgens die Haare hoch zu stecken. Das wäre vielleicht doch eine kleine Überforderung.

Kreativ-Tipp Nr. 4 – Tee zubereiten nur mit der linken Hand

Den Tee nur mit der linken Hand zubereiten, ist gar nicht so schwierig. Ich mache mir jeden Morgen eine Kanne Earl Grey. Dazu gebe ich die Teeblätter in einen Topf, lasse das Wasser kochen in einem Wasserkocher, das geht auch ganz einfach. Das Wasser in den Topf mit dem Tee gießen, das mache ich schon seit meinem letzten Armbruch vor 20 Jahren mit links, das ist so geblieben. Nach 3 Minuten das Teewasser durch ein Sieb in die Thermoskanne kippen, geht auch wunderbar mit links.

Das einzige was schwierig ist, die Teeblätter aus dem Topf in ein Sieb schütten, damit ich sie in die Kompost Kiste klopfen kann. Dazu kam ich auf die Idee, das kleine Sieb auf ein Schälchen zu legen und da dann das Wasser mit den Teeblättern hinein zu gießen. Das geht da nicht mit einem Schwung, zwischendurch muss ich das Schälchen immer wieder auskippen, aber es ist auf jeden Fall eine Lösung.

Kreativ Tipp Nr. 3 – Wie schütte ich die Bohnen ab mit nur einem Arm?

Ich stelle ein Sieb in die Spüle, ziehe mit der linken Hand den Topf voll heißem Wasser und Bohnen über den Herd, über die Arbeitsplatte bis an die Spüle. Nehme eine Schöpfkelle mit Löchern, und schöpfe so die Bohnen nach und nach in das Sieb. Dann kippe ich mit der linken Hand den Rest aus dem Topf in das Sieb. Etwas Schwung hilft immer.

Ich habe drei Portionen gekocht, so kann ich das die nächsten zwei Tage aufwärmen.

Bei den Vorarbeiten hat mir meine Haushaltshilfe geholfen, die Bohnen schnippeln und mit Wasser aufsetzen. Die Kartoffeln waschen, halbieren und auf das Backblech legen. Den Rest konnte ich dann später selber machen.

Kreativ Tipp Nummer 2

Wie binde ich mir mit einer Hand die Haare hoch?

Mit der linken Hand die Haare zusammen zwirbeln, dann den Kopf gegen den Spiegelschrank drücken und damit die Haare einklemmen und dann mit der linken Hand die Haarklammer reinwürgen. Sieht nicht toll aus, aber die Haare sind aus dem Gesicht. 😁

Kreativ Tipp Nummer 1 – Bademantel oder Jacke anziehen mit links

Den Bademantel an die Garderobe hängen, mit dem linken Arm in den linken Bademantel-Ärmel schlüpfen, den Bademantel von der Garderobe herunternehmen und mit Schwung den Rest um die rechte Schulter schmeißen. Vorne mit dem Gürtel zubinden, geht mit nur einer Hand nicht so gut, nur sehr locker, aber immerhin.

Blogpause wegen Schulterbruch

Leider muss ich hier eine Weile pausieren, da ich mir die rechte Schulter gebrochen habe.

Nicht nur, dass mit Links tippen sehr mühselig ist und sich mein Rücken dabei noch mehr verkrampft, war ich erst einmal tagelang mit Organisieren und Verschieben und Regeln beschäftigt. Damit wenigstens der Alltag irgendwie zu bewältigen ist – was mit nur links nicht so einfach ist.

Aber ich werde auch da immer kreativer :-).

Ich hoffe, dass ich „Griseldis“ (so nenne ich meinen Gilchrist-Verband) Ende November abnehmen darf und dann mithilfe von Physiotherapie meinen Arm wieder so in Schwung bringe, dass ich hier fröhlich weiterbloggen kann.

Danke für Ihr Verständnis.

Kon-ZEN-tration

Frisch aus dem Urlaub zurück und bis zur Kinn-Unterkante in Arbeit versinkend, möchte ich Sie heute einmal einladen, eine kleine Technik auszuprobieren, die Sie zwischendurch zur Konzentration und gleichzeitig zur Entspannung machen können.

Ich habe ja diesmal tatsächlich richtigen Urlaub gemacht, ohne Laptop und ohne Online-Seminare, an keinem Buch geschrieben, nichts.

Nur Urlaub gemacht, 2 Fachbücher durchgearbeitet und 12 Krimis gelesen, Yoga bei Sonnenaufgang gemacht, am Strand gelegen und durch die Natur gewandert. Und in dem warmen Meer geplantscht, obwohl ich ja gar nicht so der Wassermensch bin. Aber wenn es im Herbst so schön warm ist, dann paddele ich da auch gerne rum.

Ja, und diesmal habe ich auch wieder Steine bemalt. Und da kam mir die Idee, ich zeige Ihnen mal, wie ich vor vielen Jahren in einem buddhistischen Zentrum in einem Mandalkurs gelernt habe, selbst Mandalaformen zu entwickeln und dann auszumalen.

Denn einfach fertige Mandalas ausmalen, mag zwar auch eine entspannende Wirkung haben, ich finde es aber viel schöner, auch die Formen selbst zu entwickeln, auch ganz absichtlos, ohne Plan, es einfach entstehen lassen.

Mandalas selbst erstellen

Ich zeige es Ihnen anhand eines Steins, Sie können das gleiche aber auch auf Papier machen, mit Zirkel und Lineal.

Dazu zeige ich dann am Ende auch ein paar Bilder aus früheren Zeiten. Als ich mal einen ziemlichen Horrorurlaub erlebte, habe ich mich mit diesen Mandalas über Wasser gehalten.

  1. Kreise malen

 

2. Querstriche ziehen

3. Dreiecke einzeichnen oder die Eckpunkte und Linien auf andere Weise miteinander verbinden, so dass es bei jedem Mandala anders aussieht.

4. Bunt ausmalen

         

Ich denke, das reicht als Anregung. Hier noch ein paar Mandalas auf Papier, damit Sie sehen, wie unterschiedlich die Formen werden können.

Vielleicht bekommen Sie ja auch Lust, an einem regnerischen Sonntagnachmittag oder mitten in der Arbeit, wenn Sie nicht mehr klar denken können, so ein Mandala zu gestalten. Und nicht nur das Herstellen und Malen entspannt, sondern das Betrachten dieser Bilder ebenso. Sie können es sich an die Wand hängen oder auf den Schreibtisch stellen, vielleicht auch als Anker, dass Sie sich immer aufs Wesentliche kon-ZEN-trieren wollen :-).

Zeichnen in allen Lebenslagen

Bis vor einigen Jahren habe ich viel gemalt, bis ich das aus Zeitgründen leider wieder habe ruhen lassen. Bücher schreiben und Seminare geben und Online-Akademie aufbauen UND malen- das war selbst für mich zu viel.

Aber zumindest hatte ich die Idee, dass ich ganz gut malen könnte. Doch ich war immer der Überzeugung: Zeichnen kann ich nicht! Also so mit Stift und Linien. Und deshalb machte es mir auch keinen Spaß.

Gleichzeitig hat es ja was!
Man kann schnell eine Skizze ins Tagebuch zeichnen (ja, ich schreibe auch öfter noch Tagebuch), ich kann auf Flipcharts was zeichnen, neuerdings auch auf die Folien für die Online-Seminare usw. Es kann auch reine Entspannung sein oder eine fast meditative Tätigkeit.

Und immer wieder bin ich dann doch auch auf Anregungen und Formen gestoßen, die mich ermutigt haben – und sogar Spaß machten. Da ich aktuell wieder zwei solcher Impulse bekam, habe ich alle noch einmal gesammelt und möchte sie mit Ihnen teilen.

Eins haben fast alle gemeinsam: man muss sein Gehirn austricksen. Und einige Glaubenssätze über Bord werfen. (Solche wie „Ich kann nicht zeichnen!“)
Dafür dann neue Sichtweisen lernen und verstehen, beispielsweise, dass es viel mehr ums genaue Hinschauen geht als um die Technik.

Hier nun Anregungen und Hilfen, wenn Sie es doch auch einmal probieren wollen.

Garantiert zeichnen lernen

Ich erinnere mich an meine erste Erfahrung vor sehr vielen Jahren mit dem Buch von Betty Edwards: Garantiert zeichnen lernen.
Das neue Garantiert zeichnen lernen: Die Befreiung unserer schöpferischen Gestaltungskräfte

Dort gab es unter anderem eine Übung, wo man eine Zeichnung kopieren sollte, die aber auf dem Kopf stand. (Es war eine Zeichnung von Picasso, der Strawinsky gezeichnet hatte). Das hat den Effekt, dass das Gehirn nicht denkt: nun zeichne ich eine Hand (und eine Hand zeichnen kann ich nicht!), sondern nur einfach schaut, wie verlaufen die Linien, wie groß sind die Abstände etc. Also nur auf Formen und Linien achtet, ohne dabei zu „denken“. Diese Übung hilft vom linkshirnigen Modus auf den rechten umzuschalten.

Ich war verblüfft, wie gut mir das Ergebnis gefiel.

Genialisch zeichnen lernen

Und gerade jetzt beim Schreiben fällt mir ein: Ich habe ja auch mal einen tollen Zeichenkurs gemacht. Und wie ich gerade recherchiert habe, gibt es den immer noch. Nämlich bei Jan Müller: Genialisch zeichnen lernen.

Dort gab es u.a. auch eine schöne kreative Anwärmübung, wie man aus einem Wort ohne den Stift abzusetzen eine Linie weiter zeichnet. Hier sind noch ein paar Beispiele von mir, die auch noch immer auf Jans Webseite zu sehen sind. Da sehen Sie gleichzeitig meine liebsten Reiseziele der letzten Jahrzehnte.

 

Flipcharts zeichnen

Und wenn Sie viele Anregungen suchen, wie Sie Ihre Flipcharts aufpeppen können und mit kleinen Zeichnungen zu Ihrem Thema visualisieren möchten, dann kann ich Ihnen nur die Online-Kurse von Sandra Dirks empfehlen.

Schauen Sie sich auf Ihrer Webseite um, es gibt einen Mini-Flipchartkurs und auch einen ausführlicheren, den ich vor Jahren begeistert mitgemacht habe.

Hier einige meiner Ergebnisse

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreativitäts-Challenge

Aktuell nehme ich an einer 14 Tage Kreativitätschallenge mit Marina Buening teil. Und bin so was von begeistert. Weil zumindest die bisherigen Übungen auch all meine negativen Glaubenssätze „Ich kann nicht zeichnen“ genial umschiffen.

Denn als erstes haben wir blind einen organischen Gegenstand abgezeichnet und da fiel mir ein, dass ich damit schon früher einmal eine tolle Erfahrung gemacht habe. Da haben wir komplett ein Dorf abgezeichnet, das man entfernt auf einem Hügel sah, ohne auch nur einmal aufs Blatt zu schauen.
Das habe ich dann später noch öfter gemacht und das dann anschließend mit Aquarellfarben koloriert. Mir gefielen diese Bilder tatsächlich gut, es war einfach viel lockerer.

Hier eins dieser früheren Bilder… (also nicht aus der Challenge, aber eben auch eine Blind-Zeichnung)

 

Diese Nacht noch habe ich die letzte Übung gemacht. Willkürlich verteilte Punkte verbinden zu Linien und diese mit Mustern ausfüllen.  Das zum ersten Mal mit Farbstiften.  Ich wollte gar nicht mehr aufhören.

Comics zeichnen

Schon in einem früheren Blog-Beitrag habe ich den Comic von Sabine Dinkel erwähnt, die ihre Krebserkrankung  auf diese Art verarbeitet und dokumentiert. Gestern las ich, dass sie ihn nun sogar umsonst auf ihrer Webseite zum Download anbietet – und habe mich festgelesen. Alleine die Vernunft zwang mich dann doch, irgendwann aufzuhören und endlich schlafen zu gehen.

Da ich gerade auch eine heftige Nachricht zu verarbeiten hatte (zum Glück geht es nicht um meine Gesundheit) versuchte ich spontan für mich auch eine erste „Comic-Zeichnung“. Und merkte einfach: man bekommt dadurch ein wenig Abstand. Gleichzeitig wird es greifbarer, denn man sieht es ja schwarz auf weiß vor sich. Wenn auch schlicht und naiv.

Mir hat es jedenfalls Spaß gemacht und ich habe spontan entschlossen, ich werde das einfach „heimlich“ weitermachen. Nicht nur meine Gedanken ins Tagebuch schreiben, sondern einfach kleine Zeichnungen dazu, die dem Ganzen noch mal eine andere Wendung geben und mir vielleicht auch bei Problemen etwas Leichtigkeit geben.

Kurz und gut: Ich merke, dass ich wohl doch immer wieder mal Ausflüge in das Zeichnen gewagt habe, die mir allesamt Spaß gemacht haben. Und wenn Sie einfach den Anspruch beiseite schieben, dass das irgendwas mit Kunst zu tun haben sollte, dann kann es Ihnen Spaß bringen, Ihren Teilnehmern helfen oder Ihnen selbst eine Hilfe aus Krisen sein.

Also, nehmen Sie einen Stift in die Hand und zeichnen Sie!

 

Humor – als Hilfe zur kreativen Ideenfindung und Problemlösung

Soll ich jetzt in Selbstmitleid zerfließen oder Geschirr zerschlagen? Wieso geht denn im Moment alles schief? Wieso erlebe ich gerade eine Katastrophe nach der anderen?

Wenn Sie solche Gedanken und Gefühle hegen, weil es im Außen gerade wieder einmal sehr turbulent zugeht, kann ich Ihnen das beste Gegen-Mittel verraten: Humor.

Humor als Problemlöser und Therapie

Mit Humor schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe. Sie kommen aus der Falle des Selbstmitleides heraus (denn da fühlen Sie sich selbst nicht wohl und das Elend wird immer schlimmer) und Sie kommen in einen anderen inneren Zustand. Aus dem heraus Sie wieder kreativ und tatkräftig an einer Problemlösung arbeiten können.

In zwei vorigen Beiträgen (hier und hier) haben Sie Strategien kennengelernt, die Ihnen bei der Überwindung von unvorhergesehenen Stolpersteinen und Hindernissen oder sogar Katastrophen helfen können.
Nun geht es um den Humor.

Gerade, um aus Panikgefühlen herauszukommen, hilft mir Humor ganz wunderbar.

Hier ein paar Vorschläge, wie Sie auch in solchen Situationen Ihren Humor-Motor anwerfen können.

  1. Übertreiben

Stellen Sie sich vor, wie sich die Situation immer weiter zuspitzt. Übertreiben Sie dermaßen, dass es irgendwann nur noch surreal wird und Sie lachen müssen.

Formulieren Sie eine Schlagzeile für eine Zeitung oder einen Titel für einen Blogbeitrag. Wo Sie auch Ihr Problem total übertreiben.

„Wie der Beamer von der Decke krachte und einen Teilnehmer erschlug!“(Die Tagungstechnik funktioniert nicht)

“ Wie sich mein PC in Rauch auflöste und mein Home Office abbrannte!“ (Mein Laptop spinnt)

„Wie ich vor einem vollkommen leeren Kleiderschrank stand.“ (Ich habe nichts anzuziehen)

„Wie ich vollkommen einsam auf einer Insel überlebte“. (Niemand mag mich)

  1. Witzigen ermutigenden Titel formulieren

„Es geht auch ohne Flipcharts!“

„Phh, was soll ich mit bunten Flipcharts. Minimalismus und kahle Wände sind total in.“

„Wir basteln uns unsere Flipcharts selbst.“

„Was brauche ich E-Mails? Ich schreibe Briefe – mit der Hand!“

  1. Lustige Geschichte schreiben

Ich persönlich bin ja ein Schreiberling und habe schon von Kindheit an Tagebücher und anderes geschrieben. Man kann sich buchstäblich etwas von der Seele schreiben und wenn Sie aus dem Thema eine Glosse oder Satire schreiben, verliert es schon deutlich seinen Schrecken.

Bei mir wird sogar manchmal ein Blogbeitrag daraus :-).

  1. Comic zeichnen

Auch wenn Sie nicht zeichnen können – zeichnen Sie einen Comic. Wo Sie Ihr ganzes Elend auf unterhaltsame Weise darstellen.

Ein ganz besonderes Beispiel

Ein sehr besonderes Beispiel ist die hervorragende Sabine Dinkel, die ihre Krebserkrankung mit gezeichnetem und geschriebenem Comic seit 2016 bei Facebook veröffentlicht und so unglaublich vielen Menschen Mut macht. Ich bin immer wieder unglaublich berührt und begeistert, wie sie es schafft, dass ich bei einem solchen Thema gleichzeitig zutiefst berührt bin und mich schibbelig lache. Vor allem aber dadurch in der Lage bin, mich mit solch einem Thema überhaupt zu befassen und nicht gleich abzuhauen. (Dazu werde ich aber später noch mal gesondert schreiben)
Nun kommt auch ihr Buch auf den Markt: Krebs ist, wenn man trotzdem lacht.

Der Comic hat den Titel „Pocka – meine Arschbombe in die Untiefen des Lebens„. Inzwischen nennt sie ihren Krebs „Schnieptröte“ und die Chemotherapie „Schorle“. Er sollte erst als E-Book bei amazon erscheinen, was aber schwierig war. Nun kann man ihn sich kostenlos auf Sabines Webseite herunterladen. Ich hoffe aber sehr, dass es auch bald eine Print-Version gibt, denn das finde ich für Comics einfach noch viel schöner.

Hier kommen Sie zum kostenlosen Download.

Und das Ganze noch ergänzt durch Ihren Selbstversuch: Freudig durch die Chemotherapie – ein Selbstversuch (#giggelchemo).

Sie bittet Ihre Blog und Facebook Leser darum, ihr eine lustige Postkarte zu schicken, die sie zum Lachen bringt und auf der Rückseite eine kleine Aufgabe zu fomulieren, die sie erledigen soll. Darüber berichtet sie dann wiederum bei Facebook.

Vielleicht fallen Ihnen noch weitere Beispiele ein, wie und wo Ihnen Humor geholfen hat, doofe Situationen besser zu bestehen? Dann teilen Sie es bitte mit uns im Kommentar!

 

 

Live-Visualisierung zum Abschluss eines Kundengespräches

Gastbeitrag von Miriam Hamel

Es ist soweit, die Schule hat wieder begonnen und damit beginnen viele Kinder in der ersten Klasse, rechnen, schreiben und lesen zu lernen. Mit diesem Schulstart verbunden ist Jahr für Jahr eine Flut an Büchern im Fachhandel erhältlich, mit denen sich die Kinder selbst vorbereitend beschäftigen können. Darunter auch viele Schwungübungsbücher.

Gerade diese können Sie sich selbst holen. Mittlerweile gibt es da ganz tolle Materialien mit schönen Bildern. So macht es richtig Spaß! Ein Beispiel dazu finden Sie hier. 

Mit diesen Schwungübungen lockern Sie Ihre Hand und Ihr Handgelenk, bis hin zum Schultergelenk auf. Das ist sehr wichtig für den richtigen Schwung beim Schreiben, aber auch beim Visualisieren. Üben Sie daher ruhig täglich und eignen Sie sich ein paar Lieblingsübungen an, die Sie vor einem Kundentermin schnell zur Auflockerung nutzen können.

Denn in den drei Phasen des Vertriebsgespräches, (siehe vorheriger Beitrag zu den 2 ersten Phasen) Entdeckung, Präsentation und Abschluss, kommen Sie immer wieder in die Gelegenheit, schnell visualisieren zu müssen. Hierfür benötigen Sie eine entspannte und lockere Hand. Denn kommt Stress dazu, dann ist eine entspannte Stifthaltung sehr hilfreich – nicht nur für gelungene Visualisierungen, sondern auch für Ihre eigene gesamte Entspannung.

Live-Visualisierung in der Phase des Abschlusses (Closing)

In der Phase der Entdeckung haben Sie Ihren Kunden befragt und somit sein tatsächliches Problem gefunden. Dieses sowie den Weg dahin haben Sie visualisiert. Mit Hilfe dieses Bildes konnten Sie eine gute Präsentation Ihrer Lösung vorbereiten und darauf aufbauend präsentieren.

Nun kommt es darauf an, alles nochmals zusammenzufassen. Werden Sie sich im Vorfeld selbst klar darüber, welche Argumente Sie anbringen können und welchen Nutzen Ihr Kunde von Ihrer Lösung hat. Welchen Return-on-Investment kann Ihr Kunde erwarten? Das Template in Abb. 1 kann Sie bei den Vorbereitungen unterstützen.

 

 

Den Abschluss richtig vorbereiten

Nehmen Sie dabei alle Fakten auf und gehen Sie Schritt für Schritt durch das Template. Jeder Teil ist sehr wichtig, um genügend Argumente zu haben. Je besser Sie sich vorbereiten, desto weniger kann im Gespräch schiefgehen.

  1. Ziele: Welche Ziele verfolgt Ihr Kunde? Was möchte er in Zukunft erreichen und wo möchte er stehen? Schauen Sie in Ihren Aufzeichnungen aus der ersten Phase nach. Dort haben Sie danach gefragt. Schreiben Sie sich diese in das Template, um anhand dieser weiterarbeiten zu können.
  2. Zahlen, Daten, Fakten: Nun brauchen Sie Argumente, weshalb Ihr Kunde gerade mit Ihnen diese Ziele erreichen kann. Sammeln Sie dazu Zahlen, Daten und Fakten. Liegen Ihnen z.B. Zahlen aus vergangenen Projekten vor? Haben Sie verschiedene SuccessStories, welche Ihre Lösung untermauern können? Diese müssen selbstverständlich auf die aktuelle Situation passen, also ähnliche Ausgangsprobleme und ähnliches Ziel enthalten.
  3. Studien: Suchen Sie nach Studien, die Ihre Lösung untermauern und vergleichen Sie deren Zahlen, z.B. Erhöhung von Margen, mit den aktuellen Zahlen Ihres Kunden. An welcher Stelle haben Sie einen deutlichen Effekt und können diesen somit hervorheben?
  4. Produkteigenschaften: Nun ist es auch wichtig, die Produkteigenschaften hervorzuheben, die Ihren Kunden besonders interessieren werden. Gute Usability, intuitive Nutzung, prozessorientierte Eingabemöglichkeit, gute Diagramme, usw. Aus Phase 1 und 2 des Vertriebsgespräches kennen Sie Ihren Kunden gut und wissen daher, welche Eigenschaften ihn überzeugen werden.
  5. Nutzen: Selbstverständlich darf auch der Nutzen nicht fehlen. Jetzt haben Sie die Diamanten für Ihren Kunden hervorgeholt. Diese müssen Sie nun unterstreichen, indem Sie einen Wert oder einen Nutzen erhalten. Was genau hat Ihr Kunde davon?
  6. Berechnung: Liegen Ihnen Zahlen vor, können Sie nun den tatsächlichen finanziellen Vorteil errechnen. Dies begeistert natürlich vor allem den Einkauf und den CFO. Können Sie damit deutlich machen, dass Ihr Kunde eine deutliche Gewinnsteigerung oder Ausgabensenkung erzielt, haben Sie ein sehr gutes Argument vorliegen.

 

Die visuelle Abschlusspräsentation

Sie sind nun gut vorbereitet und können so in Ihre Abschlusspräsentation gehen. Halten Sie sich dabei so knapp wie möglich und fokussieren Sie sich auf die ausschlaggebenden Argumente für Ihre Lösung. Orientieren Sie sich dabei an den in Abb. 2 dargestellten Schritten.

Visualisieren Sie auch diesmal Ihre Punkte auf. Ihr Kunde kann diese so viel besser nachvollziehen. Er ist nicht damit beschäftigt, nachzudenken, was Sie genau meinen könnten. Stattdessen kann er sich voll und ganz auf Ihr Bild und auf Ihr dazu Gesprochenes konzentrieren. Damit machen Sie ihm den Prozess wesentlich leichter, er kann mit gutem Gewissen entscheiden und hat schließlich ein gutes Gefühl mit Ihnen.

Gehen Sie im Anschluss an Ihre Präsentation auf Fragen und Einwände ein. Bleiben Sie dabei ganz entspannt. Sie haben alle Argumente bereits visualisiert und können daher jetzt an die entsprechenden Punkte zurückgehen. Kreisen Sie zum Beispiel die entscheidenden Informationen ein. Visualisieren Sie weitere Punkte, wenn tatsächlich noch etwas fehlt.

Indem Sie weiterhin zum Stift greifen und Ihre Visualisierung nutzen, lenken Sie die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche: Die Ausgangslage Ihres Kunden, seine Ziele und Ihre Lösung. Eventueller Ärger wird auf das Papier und die Zeichnung projiziert und kann dort direkt gelöst werden. Sie bleiben dadurch in guter Erinnerung und ein Abschluss rückt in greifbare Nähe.

Abb. 2: Abschlusspräsentation fokussieren

 

Holen Sie noch mehr aus Ihrer Präsentation heraus

Sie haben nun einen Einblick in ein effizientes Kundengespräch mit Visual Selling bekommen.

Wie Sie Ihr Kundengespräch vorbereiten und Visual Selling nutzen können, insbesondere, wenn es um beratungsintensivere Produkte geht, erfahren Sie im Online-Workshop „Visual Selling für wirksame Kundengespräche“ am 06. September 2017.  Dort erfahren Sie außerdem, wie Sie Ihre Lösung emotional durch Visual Storyselling nahebringen und durch typengerechtes Visualisieren auch den kritischsten Kunden mit ins Boot holen.
  ➡     Melden Sie sich deshalb gleich an!

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Sie haben schon vorher Gelegenheit, Miriam Hamel in einem kostenlosen Webinar kennenzulernen zum Thema „Die Heldenreise in wirksamen Kundengesprächen„. Es gibt 3 Termine zur Auswahl.

  • 29.08., 16:00Uhr
  • 01.09., 09:00Uhr
  • 04.09., 20:00Uhr

Buchtipp: Visual Selling

Das Arbeitsbuch für Live-Visualisierungen im Kundengespräch
von Miriam und Marko Hamel
224 Seiten, € 24,99 
ISBN 978-3527508853
Wiley-VCH Verlag (Oktober 2016)

 

 

 

Visualsierung bei Kundengesprächen

Gastbeitrag von Miriam Hamel

Visualisierungen sind leichter zu erinnern und zu verstehen als Texte.

Denn Menschen denken visuell und haben immer Bilder im Kopf, auch beim Sprechen. Damit Sie dies für sich ausprobieren können, haben wir Ihnen in einem vorherigen Beitrag 3 Methoden vorgestellt. Wie ist es Ihnen damit ergangen? Was konnten Sie für sich feststellen?

Visualisieren im Kundengespräch – nur Kinderkram?

Stellen Sie sich nun vor, Sie möchten jemandem ein innovatives oder komplexes, ein erklärungsbedürftiges Produkt vorstellen. Es wird manchmal fast unmöglich, diese Neuigkeit verständlich zu machen. Denn womit soll Ihr Gesprächspartner Ihre Worte abgleichen? Wie viel Erfahrung hat er wirklich auf dem Gebiet?

Sie können nun Fotografien oder aufwendige und komplexe Bilder in Powerpoint-Folien oder Broschüren nutzen. Sie können dazu wortreich erklären, wie alles zusammenhängt. Doch versteht es Ihr Kunde wirklich? Häufig nicht. Das merken Sie spätestens dann, wenn Ihr Kunde nur auf Basis des Preises entscheidet.

„Ja, aber das von Ihnen gewählte günstigste Produkt hat doch gar nicht die Vorteile, die ich Ihnen zu unserer Lösung beschrieben haben. Damit werden Sie doch nicht glücklich.“, werden Sie vielleicht sagen wollen. Doch konnte Ihr Kunde wirklich verstehen, wo genau Ihre Lösung ihm helfen kann und wo andere Produkte Schwachstellen haben?

Eher nicht. Zum Glück können Sie das ändern!

Ihr Kundengespräch besteht im Allgemeinen aus 3 Haupt-Phasen: Entdeckung (Discovery), Präsentation (Presentation) und Abschluss (Closing). In allen Phasen kann Ihnen die Live-Visualisierung viel Arbeit ersparen. Im Folgenden erfahren Sie, wie dies in der Phase der Entdeckung geschehen kann.

Live-Visualisierung in der Phase der Entdeckung (Discovery)

In dieser Phase des Kundengespräches geht es darum, das eigentliche Problem des Kunden herauszufinden, zu entdecken. Sicher wird Ihr Kunde Ihnen sofort beim ersten Gespräch sagen, wo ihn der Schuh drückt und genau wissen, wie das geändert werden kann. Doch so leicht ist es dann meist nicht. Lassen Sie sich hier nicht abwimmeln und fragen Sie nach.

Denn hinter dem erstgenannten und offensichtlichen Problem steckt meist ein tiefgreifendes Problem. Wird dieses gelöst, werden gleich mehrere weitere mitgelöst und Sie helfen so Ihrem Kunden nachhaltig. Daher ist es sehr wichtig, dieses zu entdecken.

Um an dieses Problem zu gelangen, haben wir eine Fragetechnik entwickelt, den Visual Selling® Sales Punch (s. Abb. 1). Er beruht auf M.E.S.P.A.L. und den logischen Ebenen nach Dilts. Gemeinsam mit der Live-Visualisierung wird es Ihnen zukünftig ein leichtes Spiel, das Gesagte Ihres Kunden zu hinterfragen.

Abb. 1: Visual Selling® Sales Punch

Der Visual Selling® Sales Punch

Wenn Sie sich den Visual Selling® Sales Punch in Abb. 1 ansehen, sehen Sie, dass sich das gesuchte Problem als Satz am Grund des Glases befindet. Dieses wollen Sie lösen. Deshalb füllen Sie das Glas nun mit einzelnen Flüssigkeiten und Zutaten auf, um einen schönen Cocktail zu erhalten. Ist der Cocktail fertig, können Sie nun mit dem Strohhalm das Problem lösen.

Die Zutaten stellen die Fragen dar. Beginnen Sie also von unten her zu fragen:

  1. Der Kontext: In welcher Situation, in welchem Kontext tritt das Problem auf? Lassen Sie sich das Umfeld genau beschreiben. Stellen Sie auch fest, wo der Unterschied zwischen den Situationen liegt, in denen das Problem nicht vorhanden ist und den problembehafteten.
  2. Die Aktionen: Was tut Ihr Kunde in den eben beschriebenen Situationen? Welche Fähigkeiten nutzt er dafür? Welche Mitarbeiter sind beteiligt? Welche speziellen Marketingaktionen werden realisiert? …
  3. Die Werte: Weshalb tut Ihr Kunde das? Welche Werte sind ihm wichtig? Was glaubt er damit zu erreichen oder zu versäumen, wenn er es anders täte? Stellen Sie an dieser Stelle seine genauen Werte und Glaubenssätze fest. Das Wissen darüber wird Ihnen später helfen, die passende Lösung zu finden, mit der Ihr Kunde wirklich zufrieden ist. Denn passt Ihre Lösung nicht zu seinen Werten, wird er sie niemals akzeptieren.
  4. Die Identität: Wer sind Sie? Als wen sehen Sie sich? Wer sind Sie aus Sicht anderer? Die Identität der einzelnen Person (Geschäftsführer, Vertriebsexperte, …) oder des Unternehmens zeigt Ihnen auf, sie sich Ihr Kunde sieht. In der Identität können viele Probleme liegen. „Wir sind die Marktführer.“, oder „Wir sind die Günstigsten.“, stellen Identitäten dar.
  5. Der Wunsch: Wie sieht es im Idealzustand aus? Was wünschen Sie sich? Wie soll Ihr Unternehmen / Ihr Prozess / Ihre Strategie / … in Zukunft im Idealfall aussehen? Stellen Sie anhand des Wunsches schließlich fest, was Ihr Kunde tatsächlich erreichen möchte. Wo möchte er hin? Wer möchte er sein? …

Beobachten Sie bei den Antworten Ihren Kunden. Hören Sie aktiv zu und stellen Sie an den Reaktionen fest, wo das Problem liegen kann.

Die Live-Visualisierung

Nun können Sie dir passenden Fragen stellen, um das tatsächliche Problem Ihres Kunden zu entdecken. Noch leichter finden Sie es, indem Sie nebenher die Antworten Ihres Kunden für alle sichtbar visualisieren. Er hat damit immer einen Referenzwert und sieht, ob Sie ihn richtig verstanden haben. Damit hat er auch die Möglichkeit, Sie sofort zu korrigieren.

Sie haben den Vorteil, schneller an das Kernthema zu gelangen. Das Template in Abb. 2 unterstützt Sie dabei. Nutzen Sie für Ihre Live-Visualisierung am besten ein Tablet und übertragen Sie Ihre Visualisierung direkt über den Beamer. Damit sind Ihre Bilder für alle gut sichtbar und das Ergebnis steht am Ende sofort digital zum Versenden zur Verfügung. Zudem kann es leicht kopiert und zur Weiterverwendung genutzt werden. Ihre Präsentation der Lösung hat damit eine sehr gute Ausgangslage.

Wie Sie dies realisieren, erklären wir Ihnen im nächsten Blogbeitrag.

Möchten Sie mehr über Visual Selling erfahren?

Miriam Hamel bietet am 06.09.2017 über die OAZE – Online-Akademie einen Online-Workshop an: Visual Selling für wirksame Kundengespräche.

Sie haben schon vorher Gelegenheit, Miriam Hamel in einem kostenlosen Webinar kennenzulernen zum Thema „Die Heldenreise in wirksamen Kundengesprächen„. Es gibt 3 Termine zur Auswahl.

  • 29.08., 16:00Uhr
  • 01.09., 09:00Uhr
  • 04.09., 20:00Uhr

 

Buchtipp: Visual Selling

Das Arbeitsbuch für Live-Visualisierungen im Kundengespräch
von Miriam und Marko Hamel
224 Seiten, € 24,99 
ISBN 978-3527508853
Wiley-VCH Verlag (Oktober 2016)

 

 

Aus der Vergangenheit lernen

Im letzten Beitrag habe ich u.a. ein Brainstorming angeregt, wie Sie mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten und Hindernissen trotz Stress einen klaren Kopf behalten (oder wiederherstellen können) und kreative Lösungen finden.

Heute zeige ich Ihneneine weitere, sehr effektive Methode: Aus der Vergangenheit lernen.

Sie können dabei schauen, wie Sie solche Hindernisse in der Vergangenheit überwunden haben.
Wenn Sie das mit mehreren Beispielen machen, können Sie vielleicht eine Grundstruktur herausfinden.

  1. Welche Katastrophen, Hindernisse und Stolpersteine habe ich erlebt?

    Tragen Sie verschiedene Situationen zusammen, die Sie als sehr schwierig erlebt haben. Wo Ihr PC abstürzte, obwohl Sie drei Stunden später mit einem Online-Seminar starten wollten oder wichtige Daten offensichtlich verloren waren. Wo die Internetverbindung weg war, das Telefon nicht funktionierte, das Auto versagte eine Stunde, bevor Sie zum Seminar losfahren mussten. Das wichtige Kabel für Ihre Power Point Präsentation fehlte. Was auch immer Sie an kleinen und großen Horrorerlebnissen schon hatten, die Sie in Panik und Schrecken versetzt hatten.

Sammeln Sie ca. 5 solche vergangenen Ereignisse.

Wählen Sie nun eine der Situationen aus, die Sie unter 1 gesammelt haben und gehen alle Punkte durch und machen Sie sich dazu schriftliche Notizen.

Analyse-Raster

  1. Worin bestand das Problem?
  2. Wie habe ich mich gefühlt? Was war meine erste (auch innere) Reaktion?
  3. Was habe ich dazu getan, um eine Lösung zu finden?

– Wie habe ich mich in einen anderen mentalen und psychischen Zustand gebracht?
– Wie bin ich an eine Lösung herangegegangen?

  1. Was und wer hat mir bei einer Lösung geholfen?

– Andere Menschen
–  Umstände, Situationen
–  eigene Fähigkeiten, Stärken und Ressourcen

Machen Sie dann eine Tabelle oder ein Mind Map, je nachdem, was Ihnen mehr liegt mit den Punkten 2-5.

 

Und gehen Sie nun Schritt für Schritt durch und erinnern sich, was Sie konkret gemacht haben und was Ihnen bei der Lösung des Problems geholfen hat.

Dann nehmen Sie eine zweite Situation und durchlaufen alle Punkte und schließlich noch eine dritte oder vierte.

Hilfreiche Muster und Strukturen erkennen

Das kann nämlich dazu führen, dass Sie bestimmte Grundmuster und Strukturen erkennen können. Dass bestimmte Komponenten jedes Mal auftauchen, die Ihnen bei der Lösunge des Problems geholfen haben.

Das kann Ihnen dann beim nächsten Mal sehr helfen, auf diese Erkenntnis zurückzugreifen und direkt die Strategien einzusetzen, die sich schon bewährt haben.

Beispielsweise haben Sie vielleicht festgestellt, dass es jedes Mal hilfreich war, wenn Sie trotz Panik nicht hektisch reagiert haben, sondern sich 5-10 Minuten Zeit genommen haben, erst mal wieder runter zu kommen.

Eine Kaffeepause eingelegt haben, vielleicht sogar einen Spaziergang oder eine Yoga-Übung gemacht haben.

Oder Sie stellen fest, dass ein Telefonat mit einer Freundin oder Kollegin Sie aus dem Panik-Gefühl befreit hat oder dass Humor die allerbeste Strategie dazu war. Dazu schreibe ich dann nächste Woche noch einen Beitrag.

 

 

Menschen denken in Bildern – aber sehr unterschiedlich

Menschen denken in Bildern. Ob wir etwas lernen oder uns unterhalten, wir machen uns zu den Worten immer innere Bilder. Diese bilden sich aus unseren bisherigen Erfahrungen und Kenntnissen.

Wenn Sie mit jemandem sprechen, dann haben Sie auch entsprechende Bilder in Ihrem Kopf. Doch bei Ihrem Gesprächspartner sind das nicht automatisch die gleichen Bilder. Das ist uns oft nicht bewusst und daher entstehen leicht Missverständnisse.

Das wird auch sehr deutlich bei den folgenden 3 Spielen oder Methoden, die ich auch oft in Seminaren einsetze zum Thema Kommunikation, Wahrnehmung, Sprache oder was auch immer gerade das Thema ist.  Sie können es aber auch zu zweit ausprobieren.

3 Methoden für Trainings oder als Selbsttest

Eine schöne Möglichkeit, einmal konkret zu erleben, wie die eigenen Worte beim Gesprächspartner nicht unbedingt das auslösen, was Sie meinen, ermöglicht das Tangram.

Es enthält 7 Steine in einfachen geometrischen Figuren (s. Abb. 1) und eine Anleitung mit verschiedenen Bildern, die aus diesen Figuren gelegt werden können.

Tangram


Das Spiel wird zu zweit gespielt, wobei beide Rücken an Rücken sitzen. Sie haben nun folgende Möglichkeiten:

  • Ein Spieler beschreibt ein Bild, der andere legt es einfach nach, ohne Nachfragen. Vergleichen Sie am Ende das Ergebnis.
  • Sie beschreiben das Bild. Nun hat Ihr Mitspieler die Möglichkeit, Rückfragen zu stellen. Wie lange brauchen Sie zur Erstellung des Bildes und stimmt es am Ende wirklich überein?
  • Sie geben bestimmte Fragen vor, z.B. nur geschlossene Fragen, nur offene Fragen, usw. Wie häufig muss gefragt werden? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse? Erzielen Sie das selbe Bild? Wie lange brauchen Sie dafür?

Seien Sie kreativ und lassen Sie sich weitere Spielmöglichkeiten einfallen. Egal, welche Regeln Sie verwenden. Sie werden feststellen, wie schwierig es ist, wirklich immer das gleiche Bild entstehen zu lassen. Und das liegt nicht an der Dummheit eines der Mitspieler.

Bilder-Diktat

Hier geht es um das gleiche Prinzip. Ein Partner beschreibt ein abstraktes Bild, das der andere nach dieser Beschreibung zeichnen soll.
Sie sitzen Rücken an Rücken. Jeder bekommt ein anderes Blatt.

A beginnt und diktiert B sein Bild. Das heißt, er versucht es so zu beschreiben, dass B das Bild richtig zeichnen kann. Nach einer Weile werden die Rollen vertauscht.
Anschließend werden die Zeichnungen mit den Originalen verglichen.

Auswertung:

* War es schwierig oder leicht?
* Was hat es schwer oder leicht gemacht?

Postkarte beschreiben

Diese Übung kann ebenfalls sehr gut zeigen, dass Kommunikation nicht immer einfach und eindeutig ist.

Material

Postkarten mit verschiedenen Motiven, Landschaften, Kunstpostkarten

Zur Methode

Diese Methode lässt sich gut einsetzen in Seminaren, bei denen es um Wahrnehmung, Kommunikation oder ähnlicheThemen geht. Die Teilnehmer können erfahren, welche Art von Beschreibungen hilfreich ist und welche weniger.

Verlauf

Jeweils zwei Teilnehmer setzen sich Rücken an Rücken. Jeder zieht eine Postkarte, die der Trainer verteilt.

Die Aufgabe ist nun, dem Partner diese Postkarte zu beschreiben – nach bestimmten Regeln.
Es darf nichts Konkretes benannt werden, was auf der Karte zu sehen ist, sondern nur Formen, Farben und die Stimmung.

Nach zwei Minuten wird getauscht und der andere Partner beschreibt seine Karte für zwei Minuten.

Anschließend werden vom Trainer alle Karten kreisförmig in die Mitte auf den Boden gelegt und jeder Teilnehmer versucht nun die Karte zu finden, die sein Partner ihm beschrieben hat.

In der Gesamtgruppe können Sie sich dann darüber austauschen:

* War es schwierig oder leicht, die Karte zu identifizieren?
* Woran lag es? Was hat geholfen, die Karte zu finden?

Wie sieht es bei Kundengesprächen aus?

Sie können sich nun vorstellen, dass bei Kundengesprächen ähnliche Unklarheiten auftreten können. Selbst wenn Sie Fotos zeigen oder PowerPoint-Folien, können Sie vielleicht das Wesentliche gar nicht so gut vermitteln, dass es wirklich beim Kunden ankommt. Und er entscheidet dann doch nur auf der Basis des Preises.

An dieser Stelle kann Ihnen Visual Selling helfen. Beim Visual Selling visualisieren Sie live während des Gesprächs das, was Ihr Kunde sagt und fragt und das, was Sie als Lösungen anbieten können.

Wie genau das geht, erfahren Sie nächste und übernächste Woche in zwei weiteren Gastbeiträgen von Miriam Hamel, Trainerin für Visual Selling.

 

 

Stolpersteine und Hindernisse kreativ überwinden

Es gibt manchmal Zeiten, da häufen sich die kleinen Hindernisse und Ärgernisse. Geräte gehen kaputt, die Flipchartmappe fällt unter den Zug, Teilnehmer können sich nicht einloggen, der Support ist nicht greifbar – oder wie mir dann als Krönung neulich passiert ist: Die Flipchartmappe und der Koffer mit Seminarmaterial sind nicht rechtzeitig im Seminarhotel.

Also, Situationen, wo ich zumindest laut schreien könnte oder in die Tischkante beißen möchte.

Das Entscheidende ist natürlich, wie gehen Sie mit solchen Situationen um (außer, dass Sie dann gleich einen Blogbeitrag dazu schreiben 🙂 :-)).

Sie können auf zwei Ebenen ansetzen

Es gibt da zwei Ebenen, die innere und die äußere und es ist sicher nach Typ unterschiedlich, auf welcher Sie beginnen möchten, damit umzugehen.

Ich kann im Äußeren agieren und versuchen das Problem konkret und konstruktiv zu lösen.
Und gleichzeitig schauen, was passiert im Inneren? Wie kann ich meinen Ärger oder oft auch Panikgefühle in den Griff bekommen? Denn im Stress-Modus sind wir nicht besonders kreativ und ich fühle mich dann auch nicht besonders wohl.

Damit ich im Äußeren überhaupt handlungsfähig bin, muss ich mich in einen anderen Zustand bringen. In Panik kann man nicht besonders gut denken, vor allem wird man aber den anderen, die einem helfen sollen, nicht sympathischer. Ich zumindest neige dann auch dazu, Druck zu machen, dem armen Support-Menschen Feuer unter dem Hintern zu machen, indem ich sage, dass meine Existenz davon abhängt.
Natürlich ist es wirklich übel, wenn gerade meine neue Online-Trainer-Ausbildung anfängt und die Teilnehmer sich nicht einloggen können und somit nicht in den Seminarraum kommen. Aber ich lebe dennnoch weiter und lande nicht sofort als Clochard unter einer Brücke. Ich übertreibe eben gerne ein bisschen :-). Und fühle es in dem Moment auch so.

Bearbeitungs-Strategien

Wie kann ich mich also gefühlsmäßig wieder runter bringen von diesen Panikgefühlen?

* Alle Möglichkeiten erwägen

– Wen kann ich um Hilfe bitten?

– Was kann ich selbst versuchen?

– Welche Notfall-Alternativen gibt es? (dazu ein Brainstorming machen – dazu möchte ich Ihnen am Ende einige lustige Beispiele bringen)

* Relativieren

– Es ist zwar blöd, aber ich verliere nicht alle Kunden, wenn da ein Problem auftritt. Meist sind Teilnehmer verständisvoll und hilfsbereit.

* Abreagieren

– Boxsack oder Holzhacken

– Walken oder joggen gehen

– Hausputz

– Laut fluchen (im Keller? Meine Mutter ging immer in den Keller, Türen zuschlagen 🙂

– Jammern (E-Mail oder WhatsApp an Freundin, eine Freundin anrufen,  bei Facebook posten (bringt viel Trost und „du schaffst das!“)

* Mentale Techniken

Yoga, Meditieren, Entspannungsübungen- was Sie auch immer in Ihrem Repertoire haben

* Ablenken

– Spannendes Buch lesen oder Krimi anschauen

 

Das alles kann helfen, erst einmal aus dem Panikgefühl rauszukommen.
Was aber, wenn Sie gar keine Zeit mehr haben, das Seminar also bald losgeht und Sie stehen da ohne Material?

Hier erst mal einige Brainstorming-Beispiele zu „Notfall-Alternativen“

  1. Die Teilnehmer kommen nicht ins Forum der Online-Akademie

– Einen neuen Support suchen
– Die Lektionen per E-Mail schicken
– ein neues Forum buchen
– alles über Webinare laufen lassen
– das Seminar verschieben
– den Teilnehmern ein Buch per Post als Wiedergutmachung schicken
– mit jedem Teilnehmer telefonieren und für gute Stimmung sorgen
– statt dessen in einem Seminarraum live treffen

Zur Erinnerung: Bei einem Brainstorming ist ALLES erlaubt und erwünscht, auch Ideen, wo sich Ihnen eigentlich die Zehnägel kräuseln. Denn daraus können weitere Ideen entstehen…

  1. Die Flipcharts und der Koffer mit dem Seminarmaterial sind nicht da

– Nachts die wichtigsten Flipcharts noch im Hotel malen
– alle Flipcharts zukünftig mit Foto auf dem Handy, damit ich sie schnell  abmalen kann
– den Teilnehmern gar nicht sagen, was alles fehlt, dann fällt es ihnen gar nicht auf, dass der Raum kahl ist
– den Teilnehmern Aufgaben geben, in der Zeit male ich Flipcharts
– die Teilnehmer Flipcharts malen lassen
– neue Methoden erfinden
– schauen, welche Energizer ich auch ohne Material machen kann
– Gegenstände für die 1. Übung im Hotel zusammen suchen
– Ohne CDs müssen die Teilnehmer eben selbst singen
– Minimalismus – Seminar
– man soll ja hin und wieder seine Gewohnheiten durchbrechen: Also mal ein Seminar zwischen kahlen Wänden. Kaum Visualisierung, nur die Ordner der Teilnehmer. (Da standen zum Glück auch noch mal alle Methoden drin).

Ein Nebeneffekt: Manche Ideen zaubern mir ein Grinsen ins Gesicht. Und Panik und Lachen gehen nicht wirklich zusammen, es mildert es zumindest ab.

Machen Sie mal selbst so ein Brainstorming

Probieren Sie es doch mal selbst aus. Wenn Sie gerade keine aktuelle Katastrophe haben, dann nehmen Sie sich doch eine Situation aus der Vergangenheit. Machen Sie ein hemmungsloses Brainstorming, wo Sie ALLES zulassen und aufschreiben, was Ihnen durch den Kopf schießt. Das macht Spaß! Und lockert Hirnverkrampfungen.

Und wie ging es weiter?

Falls Sie meine konkreten Geschichten interessieren:

Beim Seminar, wo Koffer und Flipcharts am Vortag nicht da waren, als ich den Seminarraum vorbereiten wollte, habe ich folgende Maßnahmen ergriffen:

– Versucht, den Menschen telefonisch zu erreichen, der die Materialverschickung organisiert- ohne Erfolg, auf den AB gesprochen.

– Erst mal ein Abendessen gegönnt, da schon das Mittagessen ausfiel.

– Die wichtigsten Flipcharts für den Einstieg am nächsten Morgen noch mal geschrieben (soweit ich mich an die Inhalte erinnern konnte).

– Bei Facebook gepostet und sehr viele Unterstützungsantworten und Ermutigungen erhalten: „Wenn das jemand kreativ lösen kann, dann du!“  Das hilft (mir) tatsächlich!!

– Morgens noch mal telefoniert und einen Rückruf erhalten, das Gepäck müsste noch vor 9 Uhr eintreffen.

Das Gepäck kam dann wirklich kurz vor Seminarbeginn und ich konnte noch etwas hektisch die wichtigsten Dinge vorbereiten. Die Teilnehmerinnen boten sogar ihre Hilfe an, aber die habe ich erst mal zum Kaffee trinken geschickt.

Wir konnten pünktlich um 9 Uhr starten mit dekorierten Wänden.